Als mich mein Handywecker gestern um 16:55 Uhr mit „In Gedanken“ daran erinnerte, dass ich in 5 Minuten von der Kompass-Psychologin angerufen werde, um meinen „Therapie-Bedarf“ festzustellen, saß ich grad bei meiner Hausärztin. Ok, vielmehr stand ich mit ziemlich weichen Knien und fest zusammengekniffenen Augen bei meiner Hausärztin, denn ich musste gegen Tetanus geimpft werden. Andere Frauen beherrschen Multitasking. Ich nicht. Memo an mich: Entweder den Kürbis in der Pfanne schwenken oder telefonieren. 

Wer sich schon mal die Hand an dem Rand einer heißen Pfanne verbrannt hat, weiß, wie unfassbar schmerzhaft das ist. Auch wenn ich es die ersten Tage noch ganz gut ausgehalten habe, Bato hat schon recht, wenn er sagt, dass ich die Ratschläge, die ich anderen gebe, doch auch mal selbst umsetzen sollte. Im Reden schwingen, dass ein Arztbesuch noch keinem geschadet hat, bin ich groß, im Beziehungs-Tipps geben sogar noch viel größer, aber wenn es um mich selbst geht, nun ja.

Um 17:00 Uhr ging es dann um mich. Nur um mich. Quasi um meine Beziehung zu mir selbst und die Frage, warum ich immer wieder so sehr mit mir selbst im Klinsch liege, dass ich mich mit Unmengen an Essen so vollstopfe, bis die Schmerzen kaum noch zu ertragen sind. Unser Gespräch war so schonungslos ehrlich, dass ich die nette Dame am Telefon zu Anfang wohl tatsächlich ein kleines Bisschen mit meiner Offenheit überrascht habe. Die stundenlangen Gespräche mit Bato, aber ebenso auch die Fragen von Euch nach unseren Konzert-Lesungen haben da im Vorfeld schon ganz viel in mir bewegt. – Dankeschön.

Als die Psychologin mich schließlich fragte, was ich mir denn von der Therapie erhoffen würde und was meine persönlichen Therapieziele seien, konnte ich ihr also direkt antworten. „Ich möchte mich selbst besser verstehen. Ich möchte verstehen, warum ich mir bei meinem Wunsch, Gewicht zu verlieren immer wieder selbst ein Bein stelle. Ich weiß Dank meiner Ernährungsberaterin wie ich gesund Gewicht verliere und mich ausgewogen ernähre, aber trotzdem kommen immer wieder diese Phasen, in denen ich mich mit 10.000 Kalorien vollstopfe und quäle. Das möchte ich nicht mehr tun müssen, ich möchte mich da verändern.“

Wir haben dann gemeinsam entschieden, dass mir ein Online- oder Telefon-Coaching nicht helfen würde, meine Ziele zu erreichen, und so wird mich bald ein niedergelassener Psychologe aus Berlin anrufen und den ersten Termin vereinbaren. Und ich freu‘ mich schon drauf, wenn mich „In Gedanken“ bald wieder daran erinnert, dass alles mit dem 1. Schritt beginnt…

Passt gut auf Euch auf.
Eure Jana

 

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8 Kommentare

  1. Gut, dass du einen Therapeuten dazu bekommst. Ich war heute ambulant bei einer neuen Therapeutin, die auch für Essstörungen ist. Nach meinem Klinikaufenthalt ist mir dringend zu einem Therapeutenwechsel geraten worden. Ich drück dir die Daumen, dass sich schnell ein Therapeut bei dir meldet und du mit der Arbeit beginnen kannst.

  2. Hallo Jana, schön, dass du den nächsten Schritt gehst. Die Idee mit dem Handyklingelton werde ich auch umsetzen. Von Bato geweckt zu werden , macht das Aufstehen leichter 🙂

  3. Liebe Jana, ich find es toll das du diesen Schritt gehst und dir helfen lassen willst. und ich gehe am 4.12 nach Köln um mir dort helfen zu lassen! WIr schaffen das! Du bist eine starke Frau!!
    Und von Bato geweckt zu werden ist absolut klasse und angerufen werden genauso !!!!

  4. Liebe Jana ich glaube jeden Schritt den du gehst um dir zu helfen ist wundervoll <3 meinen Arztbesuch habe ich gemeistert… Ende November beginnt die Ernährungstherapie. Ich bin gespannt was mich erwartet.

    Ich drück dich. Gemeinsam schafft man alles (wenn man die richtigen Menschen an seiner Seite hat)

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