Als ich noch vor wenigen Jahren 170kg gewogen habe, hatte ich genau drei Hosen im Schrank. Zwei für den Alltag und eine, wenn’s mal schicker sein musste. Ich wurde immer dicker, der Jeansstoff zwischen den Oberschenkeln immer dünner. Bei Hosen habe ich Größe 62/64 mit Gummizug getragen und so ziemlich jeder Shopping-Tag endete mit Tränen.

Ich habe sowieso eine total komische Figur. Für meine breiten Hüften habe ich eine viel zu schlanke Taille und zu wenig Busen. Ok, dass ich einen kleinen Busen habe, hat vielleicht nicht unbedingt was damit zu tun, aber ich wollte es mal gesagt haben.

Heute früh war es dann soweit. Wenn meine Waage gekonnt hätte, sie hätte ein Feuerwerk gezündet. Ich habe nun insgesamt 90 Kilogramm abgenommen. 90 Kilogramm, ist das zu fassen? Und wenn ich bedenke, dass ich mich so viele Jahre mit hungern, kotzen,  fasten, dem Verzicht auf Kohlenhydrate oder nur Essen bis 18:00 Uhr gequält habe, kann ich inzwischen nur noch den Kopf schütteln.

Da wir die letzten Tage für unsere anstehende „In Gedanken“ – Tour geprobt haben, waren alle meine Hosen in der Wäsche, denn auch wenn ich jetzt fast problemlos Hosen kaufen kann, habe ich trotzdem nur drei im Schrank. Naja, heute früh waren sie in der Wäsche. Alle.

Also bin ich um kurz nach 9:00 Uhr in meiner Schlafanzughose – sie ist schwarz, da fiel das nicht so auf und hier in Berlin ist’s eh egal – los und habe mir mal eben eine neue Hose gekauft. Und zwar wirklich mal eben: Rein in den Laden, anprobieren, mit einem guten Bauchgefühl zur Kasse. Fertig.

Früher war der Moment an der Kasse der demütigendste überhaupt. Wenn hinter mir eine lange Schlange stand und die Kassiererin meine Hose riesig groß ausbreitete, um sie so zusammenzulegen, dass sie doch irgendwie noch in die Tüte passte. In diesen Momenten hätte ich sterben wollen.

Heute endete mein Shopping-Stündchen mit einem Lächeln statt mit Tränen. So ein wundervoller Moment und das Gefühl möchte ich mit Euch teilen. Ich werde anfangen, für euch aufzuschreiben, wie ich abgenommen haben, was genau ich jetzt esse, auf was ich verzichte und warum mehr essen tatsächlich funktioniert. Ganz ohne Halbwahrheiten, sondern mit ausgebildeten Experten an meiner Seite.

Ich freu’ mich schon, Euch auf unserer Tour zu sehen und bin mächtig stolz, dass schon so viele Termine ausverkauft sind. Das werden ganz wundervolle Abende und ich werde auch bestimmt nicht in meiner Schlafanzugbuchse auf die Bühne kommen, versprochen.

Eure Jana

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8 Kommentare

  1. Mensch Jana das freut mich total für dich, klasse, du bist einfach super. Mein Traum wären 70 kg, dann hätte ich mich halbiert, und hätte 75 kg. Du siehst so toll aus, und das mit der Therapie das packst du auch.

  2. Mensch Jana, diese JeansKaufGefühl kennen du diejenigen, die das selbst hinter sich haben. Prima. Davon kannst du für dich selbst grinsend zehren. Hier geht’s nicht um Kilos, sondern eigentlich um Konfektionsgrössen…..

  3. Ach, Jana! Ich hab heute nen richtig schlechten Tag hinter mir, mit allem drum und dran, Bauchschmerzen inklusive. Aber ich lese immer Deine Blogbeiträge und der hier hat mir vorm Schlafen gehen doch nochmal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Mach weiter so, du liebenswürdiger, offenherziger, ehrlicher (Vorbild-)mensch!
    Ganz liebe Grüße

    • So liebe Worte lassen meinen Tag auch mit einem Lächeln beginnen. Danke Dir. Und für den heutigen Tag wünsche ich Dir ein gutes Bauchgefühl. Liebe Grüße, Jana

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