Gestern war es so weit. Zum allerersten Mal bin ich nicht komplett durchgedreht, weil ich knietief in den roten Zahlen steckte. Ich konnte abends trotzdem mit einem wohligen Bauchgefühl friedlich schlafen gehen. Ganz ohne Psychofuck oder Fressflash.

Da ich meinen Magen über so viele Jahre mit maßlosem Vollstopfen überdehnt habe, habe ich es verlernt, satt zu sein. 2 Jumbopizzen mit Brokkoli, Mais und Sauce Hollandaise und dazu noch 2 Ben & Jerry’s Eisbecher? Kein Problem. Und wenn daneben noch ein Becher Karamel Sutra Core steht, passt der auch noch rein. Locker.

Wenn ich mit Bato und den Jungs Essen gehe, kommt irgendwann – meist sogar noch bevor er aufgegessen hat – ein „Puh, ich bin echt satt, möchte noch jemand?“ von ihm. Dieses Gefühl ist mir völlig fremd. Nicht das Teilen, das kann ich ganz gut, obwohl ich Einzelkind bin. Na ja, meistens. Ich meine, etwas auf dem Teller liegen zu lassen. Wenn ich einmal angefangen habe, ist es unheimlich schwer für mich, mit dem Essen wieder zu stoppen, entweder ganz oder gar nicht.

Deshalb protokolliere ich mit meinem Calory Guard ganz genau, was ich esse. Inzwischen nicht mehr auf’s Gramm genau und „einmal Essen gehen“ speichere ich mit rund 1.000 Kalorien ein, aber ich behalte so den Überblick. Und wenn dann doch mal der Moment kam, dass ich auch nur eine einzige Kalorie über meinem errechneten Tagesbedarf kam, und die Zahl auf Rot sprang, setze bei mir alles aus.

Erst bei mir im Kopf, dann für die nächsten Tage auch meine App, denn Fressflashs mit über 10.000 Kalorien zu protokollieren würde wohl nicht nur den Calory Guard sprengen, sondern mir auch die Tränen in die Augen treiben.

Gestern war es zum 1. Mal anders. Gestern fühlte ich mich gut, obwohl ich fast 300 Kalorien mehr gegessen hatte, denn ich hatte die „Erlaubnis“. Meine Ernährungsberaterin Sandra sagt immer mit einem Lächeln, dass ich einfach nur im Blick haben muss, dass ich weniger esse als ich über den Tag verbrauche.

Meinen Kalorien-Verbrauch habe ich mit meinem fitbit perfekt im Blick. Erst habe ich das kleine rosa Teilchen ja ehrlich gesagt ein bisschen belächelt. Ich dachte, dass es nur ein nettes Spielzeug ist und hübsch aussieht. Ich wollte es tatsächlich nur haben, weil es so gut zu meinem Laptop passt.

Aber es hilft mir wirklich, entspannt zu sein. Je mehr ich mich bewege, desto mehr Kalorien verbrauche ich – und je mehr Kalorien ich verbrauche, desto mehr darf ich ohne grummeliges Bauchgefühl essen. Eigentlich eine ganz einfache Rechnung und da ich ein Fan von Fakten bin, genieße ich es, mich auf diese beiden kleinen Spielzeuge verlassen zu können.

Und da mein fitbit mich schon wieder dran erinnert, dass es doch mal Zeit für einen Spaziergang wäre, werde ich mich nun mal auf den Weg machen. Mit gerade mal 2.000 Schritten um kurz vor 19:00 Uhr, bin ich noch sehr weit von meinem Feuerwerk entfernt.

Ich hoffe, dass es nicht noch mehr so praktisches Gedöns gibt, denn dann sind es bald die roten Zahlen auf meinem Konto, die mich zum Durchdrehen bringen.

Habt einen entspannten Abend, ihr Lieben.

P.S.: Ach, mir fällt grad ein, dass meine pronova BKK aktuell sogar Fitnesstracker verlost. Den Polar Loop 2 habe ich zwar selbst noch nie getestet, aber ihr könnt ja mal berichten. Ich drücke Euch die Daumen – Hier geht’s zum Gewinnspiel.

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