Ein 1. Telefonat, um meinen „psychologischen Versorgungs-Bedarf“ abzuklären, hatte ich ja bereits, und es dauerte immerhin auch knapp 60 Minuten. Als die Dame von Kompass gestern erneut anrief, dachte ich echt, dass ich nun meinen 1. Termin bekommen würde. So `nen richtigen mit Psycho-Couch und allem, was dazu gehört. „Live“ halt.

Na ja, den Termin wird es Ende November nun auch geben, aber es wird erneut um die Diagnostik gehen. Also wieder ein Fragen-Marathon, um zu schauen, welche Hilfe für mich geeignet ist. Obwohl ich mir wirklich große Mühe gegeben habe, bei dem ersten Telefonat alle Fragen ausführlich und ehrlich zu beantworten, konnte sie wohl noch nicht herausfinden, was los ist und vor allem was mir helfen könnte.

Mein erster Gedanke war, ob ich was falsch gemacht habe. Mein zweiter war aber schon, dass ich es nicht besser hätte machen können. Das ist wie bei ner Mathearbeit, wenn man das Heft vorne beim Lehrer am Pult abgegeben hat und die Tür hinter sich schließt, darf man durchatmen. Egal, was hinterher bei rauskommt. Mathe und das Wirr-Warr in meinem Kopf haben anscheinend was gemeinsam. Beides klingt ein bisschen wie:

„Drei Frauen gehen durch die Wüste. Die eine trägt ein Buch, die zweite eine rosa Bluse, die dritte ein hübsches Lächeln im Gesicht. Sie laufen 5 Kilometer nach links und 2 Dünen hinauf. Wie viel Liter Wasser trinkt das Kamel?“

Yepp, ganz genau so hab’ ich so ziemlich nach jeder Mathestunde geschaut. Und genau so viele Fragezeichen hatte wohl auch die Dame nach unserem telefonischen Kennenlernen um den Kopf schwirren.

Ich kann jetzt genervt sein und den Fehler suchen. Ihn bei mir finden, dass ich nicht richtig geantwortet habe oder doch ihr Fehler, dass sie die falschen Fragen gestellt hat. Aber so einfach ist es nunmal leider nicht und anders als bei `ner Mathearbeit gibt’s für meinen Kopf auch keine Lösungsschablone. Schade eigentlich.

Mathe hab’ ich in der Oberstufe abgewählt und dann den Bio LK genommen. Meine Gedanken werde ich leider nicht so leicht los und so geht’s am 20.11. in die 2. Runde.

Ich bin ein schwieriger Fall oder – wie mein bester Freund immer mit einem Augenzwinkern sagt:  Eine „Herausforderung“. Es kommt eben immer nur auf den Blickwinkel an. – Dass es einen Lösungsweg gibt weiß ich, und ich werde ihn finden. Ganz bestimmt.

Eure Jana

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2 Kommentare

  1. nein Jana du bist kein schwerer Fall, also ich sehe das nicht so. Du brauchst einfach jemanden der auf dich eingeht und sich auch mit dir beschäftigt! Ich habe den richtigen Weg erst gefunden als ich in die Klinik gegangen bin. Danach konnte mir geholfen werden, weil es eine Diagnose gab. Weil angefangen worden ist zu graben.
    Sie suchen halt jemand der gut für dich ist, und das ist auch wichtig!
    Dann gibts ja auch noch die Frage, Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch!
    Hier bei uns ist das eh nicht so einfach jemanden zu finden, weil es viel zu wenige Psychologen gibt!

    Und nein, der Fehler liegt absolut nicht bei dir, aber ich kenne das Probleme der Zweifel und der Schuldsuche!

    Ja du bist eine Herausforderung, das hört sich viel besser an, da hat Batomae absolut recht!
    Aber eine ganz ganz liebe *Umarm* du schaffst das, nicht aufgeben Jana

  2. Pingback: Ich bin a-typisch. - Jana Crämer – Blog – Endlich Ich

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