Als ich gestern um kurz vor 20:30 Uhr beim Mädchen-Italiener ankam, war ich tatsächlich die 1. (Hm, ob hinter den Punkt eben noch ein Punkt kommt? Denn ich war die Erste und der Satz ist zu Ende. Gibt es dafür `ne Regel? Kann ich das Frau Google fragen?)

Egal… also, ich war die 1. von unserer Runde, aber bei weitem nicht die Einzige, die in das Lokal wollte. Eine lange Schlange bis nach draußen. So etwas kannte ich sonst nur von Konzerten. Als mich ein Kellner ansprach, ob ich reserviert hätte, konnte ich dies lächelnd bejahen und wurde durch ein super muckeliges Restaurant zu unserem Tisch geführt.

Da saß ich nun auf einer sehr stabilen Bank. Kein Sitz-Test nötig, dass die mich halten würde, stand außer Frage. Nach und nach trudelten die anderen ein und nachdem ich einmal kurz die englischsprachige Karte heimlich gegen die deutsche ausgetauscht habe, konnte ich ohne Scham, ohne komisches Gefühl, sondern voller Vorfreude bestellen.

„Insalata Mista (groß) – Salat aus Blattsalat, Radicchio, Babyspinat, Rucola, bunten Tomaten und Pinienkernen“, denn meine liebe Ernährungsberaterin Sandra sagt ja, dass ein Salat vorweg immer ne gute Idee ist, um den Magen schon mal zu füllen. Und danach „Tagliatelle al Tartufo – Tagliatelle mit frischen schwarzen Trüffeln“ und dazu eine Rhabarber-Schorle. Wenn schon, denn schon.

Es gab keine Gespräche über Politik, nicht über Wirtschaft oder den Weltfrieden, aber trotzdem konnte ich nicht so wirklich mitreden. Diese Frauen am Tisch hatten nicht nur extrem spannende Jobs, sie kannten auch noch all die Menschen persönlich, deren Namen ich nur aus der BILD kenne. Und auch wenn ich mich wie ein kleines Mädchen unter Ladies fühlte, fühlte ich mich wohl. Richtig dolle wohl.

Als ich mich wie ein kleines Kind freute, dass bei zwei identischen Gerichten am Tisch, das mit deutlich weniger Butter bei mir landete, kam das Thema natürlich auf meine Essstörung. Und es tat gut, mit diesen Frauen darüber zu sprechen. Nicht nur, dass sie, obwohl alle sehr schöne Figuren haben, so aufmerksam und einfühlsam waren. Yepp, das hat natürlich meine Seele gestreichelt.

Tief berührt hat mich, dass ich sehen und spüren konnte, wie immer mal wieder eine dieser beeindruckenden Frauen stiller wurde, nachgedacht hat und ganz bestimmt die ein oder andere Freundin beim nächsten Mal etwas fester drückt und ihr sagt, dass sie unvergleichlich ist. Egal wie schön und strahlend sie wirkt, wie perfekt die Maske und ihr Ballkleid für den roten Teppich sitzt.

Ich freue mich schon aufs nächste Mal und ich werde bestimmt wieder die 1. sein und mir mit einem guten Bauchgefühl voller Vorfreude auf eine wundervolle Geschmacksexplosion den gemütlichen Platz auf der Bank sichern. Safety first.

Liebste Grüße… Euer Mädchen

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