Da meine Mama mit 35 schon komplett grau war, kann ich meine grauen Stippen also nicht so wirklich auf die Sorge um meinen besten Freund schieben. Zumindest nicht nur.

Als mich meine Mama heute morgen angerufen hat, habe ich zum ersten Mal realisiert, dass wir es wirklich geschafft haben. Wir haben den Tourauftakt der „In Gedanken“ – Tour nicht nur überlebt, wir haben ihn sogar genießen können. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich zwischendurch echt Zweifel. An beidem.

Dass ich an mir zweifle, gehört einfach zu mir. Diese Selbstzweifel kann ich inzwischen tatsächlich relativ gut einschätzen. Sie sind da, aber wenn ich sie nur hartnäckig genug ignoriere, verschwinden sie auch wieder. Das ist wie mit Pickeln, wenn man sie in Ruhe lässt, werden sie meist auch nicht so viel größer. Was ich zum ersten Mal nicht einschätzen konnte, war die Belastbarkeit von Bato und seiner Band.

Die letzten Wochen waren krass, aber das gehört als Künstler leider dazu. Mit der Musik zu leben ist ein Geschenk, von der Musik zu leben, die Hölle. Zumindest dann, wenn einem die Deadlines im Nacken sitzen und schließlich um die Ohren fliegen.

Es passieren Dinge, da kann niemand was für. Trotzdem würde es mich um den Verstand bringen, nur reagieren zu können, eine Hiobsbotschaft nach der anderen zu erfahren, und nicht alles hinzuwerfen. Ich habe wirklich auf den Moment gewartet, dass mein bester Freund die Hände hebt und sich ergibt.

Gestern hat er dann wirklich die Hände gehoben. Die Hände in der Luft, um mit seinen jubelnden Fans gemeinsam in den Takt seiner Band einzusteigen. Seine Jungs neben sich auf der Bühne zu feiern und ihnen zu applaudieren. Aus vollem Herzen und völlig zurecht. Ich hätte platzen können vor Stolz.

Als ich mich die letzten Tage immer wieder selbst dabei beobachtet habe, wie ich nur hilflos daneben stehen konnte, habe ich mich ertappt. Dabei ertappt, wie ich versucht habe, ihn zu betüddeln. Wann immer sich eine Möglichkeit geboten hat, ich habe sie genutzt.


„Möchtest Du Tee? Oder lieber `nen Kaffe? Kann ich Dir ein Brötchen schmieren oder sonst was Gutes tun?“
und, yepp, dabei habe ich sogar ein bisschen wie meine Mama geklungen.

Ich habe also weit mehr als nur die frühen grauen Haare von ihr geerbt und so unglaublich mich das Betüddeln früher manchmal genervt hat, so sehr wird mir in diesen Tagen bewusst, dass das einfach Liebe ist. Und genau so, wie er jetzt manchmal genervt die Augen verdreht und entnervt „Ja, Mama“ antwortet, weiß ich, dass es ihm ebenso guttut, wie mir früher.

Ich freu‘ mich, wenn ihr uns auf der Tour besuchen kommt. Für ein paar Termine gibt’s noch Karten.

Batomae & Band „In Gedanken – Tour 2017“
Support: „Batomae & Das Mädchen aus der 1. Reihe: Die neue Konzert-Lesung“

16.11.17 – Kino Wadern – Wadern/Saarland ***RESTKARTEN***
18.11.17 – Orangehouse – München ***RESTKARTEN***
23.11.17 – Ponyhof – Frankfurt ***AUSVERKAUFT***
24.11.17 – Indra – Hamburg ***HOCHVERLEGT***
25.11.17 – LUX – Hannover ***AUSVERKAUFT***
30.11.17 – Naumann´s – Leipzig ***RESTKARTEN***
01.12.17 – Multicult – Paderborn ***RESTKARTEN***
08.12.17 – Das LEO – Dorsten
09.12.17 – Cafe Sputnik – Münster ***RESTKARTEN***
14.12.17 – Privatclub – Berlin ***AUSVERKAUFT***
15.12.17 – LCB – Wuppertal
16.12.17 – Pumpwerk – Wilhelmshaven ***HOCHVERLEGT***

Tickets sind noch für 15 € zzgl. Gebühren bei Eventim zu haben: www.eventim.de/batomae

Eure Jana,
nach den letzten Tagen mit deutlich mehr grauen Haaren im Wuschel-Dutt.

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3 Kommentare

  1. Hallo Jana,

    da wir ja vorgestern entschieden, gestern spontan den Tour-Auftakt mit Euch zu geniessen, kann ich nur auch hier sagen, hey er war gelungen.
    Das alte Kino in Wadern, einfach der Hammer. Und da war sie, Deine erste Lesung, die ich mit machen durfte. Für mich war es noch neu, ich weiss zwar um was es in deinem Buch geht, aber auch das habe ich bis gestern noch nicht gelesen 🙂 Ob gut oder nicht gut, mhhh lässt sich bekanntlich drüber streiten. In deiner Lesung und dem Gesang von Bato war ich emotional ganz bei Dir hab mich in vielen Sachen wie immer wieder gefunden, Tränen sind gekullert, aber gelacht und gefeiert haben wir dann um so mehr. Kleine Patzer gehören dazu und ganz ehrlich wer Bato kennt, perfekt wäre doch einfach langweilig. Ich finde es lockert die Konzerte immer wieder ein wenig auf.
    Wir sind nach einem langen Nebelgeschwader in der Nacht um zwei glücklich und zufrieden in unsere Betten gefallen und fanden den Abend so was von gelungen, dass wir uns auf morgen Abend wiederum freuen, diesen in München mit Euch zu verbringen.

    Passt auf Euch auf, bis morgen LG Bea

  2. Ich finde es toll wie du mit deinen Selbstzweifeln schon umgehen kannst. Ich bin noch lange nicht so weit. Ich zweifele so oft das ich meine Freundin(bald Frau) überhaupt verdient habe. Ob ich so viel Glück überhaupt verdient habe. Darf ich glücklich sein nachdem was ich erleben musste? ICH HASSE SELBSTZWEIFEL!
    Aber das mit dem Bedüddeln kenn ich. Meine Freundin mag das nicht und bei meiner Tochter muß ich lernen loszulassen. Sehr schwer bin ne Glucke!
    So einen Kumpel wie dich und Bato hätte ich gerne aber leider hab ich das nicht. Mit mir hält es keiner aus 😢

  3. Pingback: Himmelhoch jauchzend & zu Tode betrübt - Jana Crämer – Blog – Endlich Ich

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