Wie gerne würde jetzt hier vorne im Bandbus die Beine übereinanderschlagen und meine Nasenspitze von den Sonnenstrahlen kitzeln lassen, während ich diesen Beitrag schreibe. Stattdessen schnürt der Anschnallgurt meinen Bauch ein und lässt mich spüren, dass ich es die letzten Tage wieder maßlos übertrieben habe. Die herrliche Sonne kann am wenigsten dafür, sie nervt mich grad trotzdem, und so klappe ich die Blende runter.

Ganz oder gar nicht war mal wieder mein Motto der letzten Tage. Wenn ich die Zeit und die Muße habe, mein Essen abzuwiegen, zu protokollieren und so zumindest grob im Blick zu haben, fällt es mir weniger schwer, denn Versuchungen beim Catering und Bäckerei-Stop morgens zu widerstehen.

Mein Calory Guard zeigt mir genau, wie viele Kalorien ich gegessen habe und mein Fitbit, wie viele ich verbraucht habe. Den Stress von geregelten Mahlzeiten brauche ich mir gar nicht zu machen. Pizza nachts um halb drei? Here we go, Hauptsache das Kaloriendefizit liegt so zwischen und 300 und 500 Kalorien.

Natürlich wäre es für meine Leistungsfähigkeit besser, wenn ich die mir täglich zur Verfügung stehenden 2.300 Kalorien, die ich Dank diesem Kalorienbedarfsrechner auf dem Schirm habe, auf mehrere Mahlzeiten splitte und so immer genug Energiereserven haben würde. Besondern wenn wir um 3 Uhr nachts ins Bett fallen und der Wecker wie immer viel zu früh klingelt.

Zuhause in Berlin bin kann ich regelmäßig kochen, mir meinen Tag rund um Interviews und die alltäglichen Aufgaben strukturieren, yepp, all das ist daheim problemlos möglich. In diesen Phasen dankt es mir mein Körper mit reinerer Haut, einem frischen Teint, wachen Augen, und einer positiven Grundstimmung. Ach ja und nicht zuletzt mit einer kontinuierlich sinkenden Zahl auf der Waage.

Es fühlt sich gut an, nicht ständig vollgestopft zu sein. Doch, es ist ein angenehmes Gefühl, wenn der Magen mal knurrt und sich dann über was frisch gekochtes freut. Wenn das Bauchgefühl nicht von Schmerzen, sondern einem lustigen Glucksen und Gluckern bestimmt wird.

Heute ist der letzte Stop dieses Blocks unserer „In Gedanken“ – Tour und vielleicht hätte ich die letzten Tage nicht so viel zugenommen, wenn mir am Tag der Abfahrt nicht mein Lieblingsbeutel mit meiner Grundernährung fürs Wochenende verloren gegangen wäre. Reiscracker, Obst, Porridge, Nüsse, Davert-Chips – alles weg.

Das ist wie bei `ner Matheaufgabe, wenn einmal der Wurm drin ist, steht am Rand irgendwann nur noch ganz fett: Folgefehler. So war das mit diesem Wochenende, ab dem Verlust meines Lieblingsbeutels gab es reihenweise dieser Folgefehler. Ich habe die Kurve einfach nicht mehr bekommen.

Aber vielleicht sollte mir dieses Wochenende auch einfach zeigen, dass ich besonders in diesen Phasen, die von Hektisch, Stress und Unregelmäßigkeiten geprägt sind, Sicherheit und Struktur beim Essen brauche. Ich muss mir mal durch den Kopf gehen lassen, wie ich das am kommenden Wochenende besser machen kann.

Auf jeden Fall werde ich mir heute einen Beutel am Merch zur Seite legen und ihn nicht aus den Augen lassen. Allein schon wegen des „Unvergleichlich“ Zitats – denn mein bester Freund, zaubert mir eh immer ein Lächeln ins Gesicht. An wertvollen Menschen, wundervollen Erinnerungen und schönen Dingen sollte man festhalten. Ebenso an Verhaltensweisen, die sich immer wieder bewährt haben.

2.300 Kalorien pro Tag sind ja nun auch überhaupt nicht wenig. Ganz im Gegenteil, damit kann man auch auf Tour einiges anstellen. Und so klappe ich nun die Sonnenblende wieder hoch, lasse mich von der Sonne kitzeln und freu` mich auf heute Abend im ausverkauften Lux Hannover.

Und wenn der Bauch dann nachher bedrohlich nah am Notenständer für meine Lesung vorbeischrabbt, werde ich einfach lächeln, drüber stehen und mich drauf freuen, es am kommenden Weekender besser zu machen.

Eure Jana

Foto: Felix Schelhasse

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