Ich denke, dass bei mir manchmal doch gar nicht so viel fehlt, um einem drohenden Fressflash die kalte Schulter zu zeigen. 

Nicht, wenn die 300g Tafel Caramel Schokolade und die zwei Ben & Jerrys Becher schon neben mir stehen, dass das Eis gerade so angetaut ist, dass ich beim Schlingen keinen Gehirnbrand bekomme, und Lieferando mit der Jumbopizza für 4 Personen schon auf dem Weg zu mir ist.

Nein, ich meine vorher. In dem Moment, in dem ich mich dazu entschließe, die nächste halbe Stunde damit zu verbringen, mich sinnlos vollzustopfen. Und ich schreibe ganz bewusst „entschließe“, denn es ist mein eigener freier Wille. Niemand steht mit ner Waffe neben mir und bedroht mein Leben, wenn ich es nicht tue. In diesem Moment habe ich es in der Hand. Ich allein.

Ich bin Fan. Fan von meinem besten Freund Batomae und Fan von guten Argumenten. Egal, um welches Thema es geht. Egal, ob ich fundiertes oder reines Scheinwissen habe, wovon in der Uni übrigens meist Letzteres der Fall war. Egal, ob ich bei einem Gedanken euphorisches Kribbeln im Bauch oder zittrige Hände und kalten Schweiß auf der Stirn habe.

Wenn Du mir mit guten Argumenten begegnest, bin ich immer bereit zuzuhören und mein Vorhaben zu überdenken. Warum sollte das also nicht bei einem drohenden Fressflash funktionieren?

Bevor es also Anfang Dezember detailliert und definitiv mit Experten-Wissen um Kalorien, Grundumsatz, Leistungsumsatz, Kaloriendefizit und die Leichtigkeit des Abnehmens geht, sammeln ich jetzt erstmal um ein paar gute Gründe, genau das auch zu tun. Um Argumente, die mich und hoffentlich auch Euch vor’m nächsten Fressanfall beschützen sollen.

Wenn ich an das kommende Wochenende denke, fallen mir direkt 3 gute Gründe ein.

1. Man braucht nur einen Sitzplatz.
Sehr wichtiger Punkt, der mir besonders in unserem Tourbus immer wieder die Laune verhagelt. Ich brauche mehr Platz, als mir mein Sitz bietet, und da es in unserem Auto Sitzbänke sind, ist da nicht mal Luft zwischen mir und dem Bein von Bato. Wir sitzen Bein an Bein und ich spüren die Körperwärme des anderen. 

Yepp, viele Mädels würden jetzt liebend gerne mit mir tauschen, aber mir ist es unangenehm. Vielleicht ändert sich das, wenn im Bato-Bus mal die Heizung ausfallen sollte und sich alle um mich als lebende Wärmflasche reißen, aber im Moment schäme ich mich. Auch vor meinen Freunden.

2. Man passt im Restaurant zwischen den Tischen durch, ohne, dass alle anrücken müssen.
Wie sehr ich es hasse, wenn wir in ein gemütliches Restaurant kommen und die Tische so eng gestellt sind, dass die anderen Gäste bei ihrem Essen gestört werden, nur weil ich hinter ihnen lang muss. 

Würde mir da der Appetit vergehen, hätte diese Tortur ja noch einen Sinn, aber ich neige dann eher zum Frustfressen, so dass die Kellner sich manchmal fragend umschauen, ob da gleich noch mehr kommen und sie schon mal nach weiteren Stühlen Ausschau halten.

3. Man kann im ICE die Armlehne nutzen. 
Manchmal fahren Bato und ich direkt hier aus Berlin zum Gig. So auch morgen nach Leipzig ins Naumann’s. Die Armlehnen im ICE sind praktisch, jeder hat seinen Sitzbereich…. mein Sitzbereich, Dein Sitzbereich… Ga-Gong… 

Trotzdem, wenn die Dinger die Oberschenkel zusammenquetschen sieht das nicht nur scheiße aus, es tut auch noch weh. Und wenn dann der junge Mann mit dem Snack-Truck durch den eh viel engen Gang kommt, wird es richtig unangenehm und seinem mitleidigen Blick, während ich mir 2 Nuts und 2 Mars Riegel kaufe, weiche ich beschämt aus.

Also, definitiv schon mal 3 Argumente gegen einen Fressflash am Wochenende und wenn ich mir diese Bilder hier im Video anschaue, habe ich direkt schon die nächsten. Macht unbedingt den Ton schön laut, das setzt Glückshormone frei und die helfen ja bekanntlich noch viel, viel besser als jedes Argument.

Eure Jana

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7 Kommentare

  1. Wie blöd nur, dass unser Körper und unser Kopf nicht immer auf so unschlagbare Argumente hören.
    Aber du hast recht, niemand zwingt dich dazu, dich einer Fressattacke hinzugeben, außer dir selbst. Und man selbst ist da sein stärkster Feind.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass das gute Engelchen die plausiblen Argumente bald durchsetzen kann.
    Einmal ist es dir ja schon gelungen.

  2. Hallo Jana,
    Ich kann Dir nur sagen, warum ich abnehme:
    Ich bin nach 17 kg Abnahme nicht mehr ständig müde, komme die Treppen hoch ohne zu keuchen. Ich kann meine Schuhe ohne Verrenkungen zubinden.
    Ich kann mich besser konzentrieren.
    Ich fühle mich sehr viel besser, mir tun nicht mehr alle Gelenke weh.
    Ich muss jetzt schon nicht mehr in der Zeltabteilung einkaufen.
    Einzig dass es mich die ganze Zeit friert, darauf könnte ich verzichten, aber 17 kg Biopren weniger hat Auswirkungen .
    Ich hoffe, dass ich bald pumperlgesund bin, dass meine Krankheit mein Fett war, das ist mein Ansporn- ach ja, und die geilen Klamotten, die ich mir bald kaufen kann 😉
    Gute Nacht und viel Spaß morgen beim Konzert, ich hoffe, ich kann Euch auch einmal live erleben!
    Liebe Grüße
    Karin

  3. Hallo Jana, du bist gerade nicht besonders nett zu dir- und ich glaube, das führt in den Fressflash hinein. Siehe auch dein letzter Beitrag. Eigenverantwortung ist wichtig, keine Frage, aber es ist nicht der einzige Helfer auf dem Weg in ein suchtfreies Leben. Selbstfürsorge ist genauso wichtig. Befreie dich von den Schuldgefühlen, du bist nicht für alles alleine verantwortlich. Und die Esssucht macht aus dir keinen schlechteren Menschen, der sich schämen muss.
    Liebe Grüße von einer stillen Mitleserin

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