Irgendwie bin ich doof in den Tag gestartet. Normalerweise stehe ich senkrecht im Bett, wenn mein Handywecker losgeht, heute habe ich seelenruhig weiter geschlummert. Dann ging mein kleiner Wasserkocher, den ich mir extra für die Tour besorgt habe, um morgens mit Porridge in den Tag starten zu können, kaputt. Anschließend das Haargummi, dass ich schon befürchtet hab, heute Abend als explodiertes Kissen auf die Bühne zu müssen.

Andere würden sagen, dass sie einfach nur mit dem falschen Fuß aufgestanden sind und gut. In mir braute sich ein brodelndes Gewitter zusammen. Ich war gereizt bis zum Anschlag. Als ich dann bei der kurzen Fahrt von Dorsten nach Münster noch spürte, wie unangenehm eng es auf der Sitzbank war, und mir leider bewusst ist, dass weder mein bester Freund, noch sein Bruder die Ursache sind, war mein inneres Unwetter sowas von perfekt. Mit Schneegestöber und Hagelsturm.

Ich möchte ja versuchen, meinen CaloryGuard, mit dem ich meine Kalorien im Blick behalte, eher als Protokoll im Nachhinein zu sehen, dass mich nicht reglementiert, sondern eine Übersicht und somit Erklärungen im Nachhinein schenkt.

Heute hat es sich mal wieder gedreht. Ich habe vorher überlegt, dass mein Tour-Tagesbedarf (Leistungsumsatz) für 1,68m Jana mit 85 Kilo Lebendgewicht an Kalorien laut Tagesbedarfs-Rechner 2.600 Kalorien lautet. Also 2.600 Kalorien zu essen, bedeutet für mich, weder zu- noch abzunehmen.

Mein fitbit bestätigt dieses Ergebnis und so befinde ich mich mit 2.300 Kalorien im gesunden Abnehm-Bereich. Langsam, aber stetig und vor allem ohne zu hungern. Das habe ich über so viele Jahre getan und mich immer weiter in den Hungerstoffwechsel getrieben.

Hungern, Fressen, Kotzen ist ein Strudel in den ich nicht wieder geraten möchte. Disziplin ist nicht mein Problem.  Ich bin immer wieder die selben Schritte gegangen, immer wieder den selben Weg, immer wieder dem selben Plan gefolgt, nur um mich dann zu wundern, dass ich doch wieder am Ausgangspunkt gelandet bin. Nur mit 3 Kilo mehr auf der Waage.

Den Quatsch mit dem zu wenig Essen mache ich nicht mehr, das habe ich wirklich verstanden und mein Körper beweist mir ja auch immer wieder, dass es funktioniert. Genug zu Essen ist so wichtig, damit der Körper abnehmen kann. Und so habe ich mir heute morgen beim Bäcker ein 500g Brot gekauft, schneiden lassen und mir 1000 Kalorien für „Brot“ in meine App eingetragen.

Klingt nicht unbedingt appetitlich, war es ehrlich gesagt auch nicht, aber es war die sicherere Alternative, um nicht einem Fressflash zu enden. Wenn um mich herum alles durcheinander wirbelt, dann ist es wohl OK, diesen kleinen Sicherheitsfallschirm doch noch mal zu öffnen.

Und keine Sorge, es bleibt nicht bei 500g Brot für 1.000 Kalorien, der Tag hat noch ein paar Stunden und ich noch 1.300 Kalorien. Vielleicht noch ein paar Brötchen, die hier grad so appetitlich aussehen? Nein, nein, etwas abwechslungsreicher wird’s dann doch werden. Anders als mein Ohrwurm im Moment, aber das ist auch völlig OK.

Eure Jana

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