„Dieses Mal werde ich es schaffen, ab morgen wird sich mein Leben ändern – und dann werde ich  endlich leben“ Diese Worte eines schonungslos ehrlichen Briefes hallen mir, seit ich ihn gestern Nacht kurz vorm Schlafengehen gelesen habe, durch den Kopf. 

Ich bekomme diese Zeilen und das umwerfende Lächeln der jungen Frau, die mir mit dieser Hand voll Seiten ihr Leben und ihre dunkelsten Geheimnisse anvertraut hat, nicht zusammen. Ihr entwaffnendes Lächeln und ihre tieftraurigen Augen.

Und dann ertappe ich mich dabei, wie ich mich in ihren Gedanken wiederfinde. 1:1 erkenne ich mich in all den Gedanken, die ich nie wieder haben wollte. In all den Hoffnungen, die auch ich an mein Leben habe, wenn ich doch nur endlich mein Wunschgewicht erreicht habe.

Noch wenige Stunden zuvor habe ich in der Backstage gesessen, heimlich eine Hand voll Nüsse hinuntergeschluckt, gefolgt von einer Tafel Schokolade und dragierten Mandeln. Ganz schnell, bevor wieder einer der Jungs durch die Backstage zur Bühne geht. Die Tür immer im Blick.

Ich saß, umgeben von Essen auf der Couch und habe mir ausgemalt, was ich bei der nächsten „Batomae – In Gedanken – Tour 2018“ anders machen will. Was ich an mir verändert will, um die Tour für mich und alle anderen so angenehm und entspannt wie möglich zu machen.

Vorher entspannt so viel abnehmen, dass ich mich wohl fühle und dass der Weg zu meinem Podest auf der Bühne, vorbei an den Instrumenten der Jungs, nicht einem Elefanten im Porzellanladen gleicht. Ich will mich nie wieder so vollstopfen, dass mein aufgeblähter Bauch es kaum zulässt, dass ich meinen Blog – mit dem Laptop auf den Knien – auf den langen Autofahrten schreibe.

Und vor allem, dass ich es dann auch auf Tour schaffe, geregelt zu essen. Ich möchte nicht in die alten Muster verfallen, auch wenn mir die geregelte Tagesstruktur fehlt und ich immer wieder gezwungen bin, mich jeden Tag auf Veränderungen einzulassen. Ja, das ist mein Ziel.

Ich habe keine Angst mehr vor Veränderungen, die hat mir mein bester Freund zum Glück genommen, aber sie werfen mich noch aus der Bahn. Doch hasse ich mich nicht dafür, dass ich in den vergangenen Wochen zugenommen habe, und weit mehr als vor der Tour wiege. Ich weiß woran es liegt und ich freue mich darauf, dran zu arbeiten und Lösungen zu finden.

So sitze ich gerade mit locker 10 Kilo mehr auf den Hüften in der Backstage und fiebere dem Tourabschluss im Pumpwerk heute Abend entgegen. Ich habe grade das Gefühl, trotz aller Rückfälle während dieser Tour, einen großen Schritt weiter gekommen zu sein.

Ich lebe jetzt und nicht erst, wenn ich mein Wunschgewicht habe. Und genau hier kann ich nur meinen besten Freund zitieren, den Menschen, der meinen Blickwinkel immer wieder dreht und mich nach vor’n schau’n lässt:

„Kein Bock mehr zu warten, es ist noch nicht vorbei.
Geb jedem Tag die Chance, mein bester zu sein…
Neustart und Update, ich träume 2.1“
(Batomae – Träume 2.1)

Eure Jana

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4 Kommentare

  1. also mir geht es zumindest so das ich mir jeden Abend sage morgen wird alles anders….. und trotzdem schaffe ich es nicht wirklich…… es gibt gute und nicht so gute tage….. und ich genieße die tage die gut sind…..
    Jana du strahlst so eine tolle Aura aus …. das diese einfach beflügeln nicht aufzugeben und zu sehen das man das beste draus macht…. besonders wenn es einem nicht so gut geht……
    Es kommt doch auch auf die inneren werte an…..
    du hast soviel Kraft und Mut uns alle mitzureißen du hast soviel in den letzten Jahren erreicht da kannst du stolz auf dich sein. Dein bester Freund ist an Deiner Seite und ist immer für dich da……
    Du wirst einen Weg für dich finden mit dem zu zufrieden bist auch wenn es immer mal wieder rückschläge gibt…..
    Danke Jana……

  2. So Jana ich hab jetzt 2x bei Facebook einen Kommentar geschrieben und immer wieder verschluckt der den. Jetzt antworte ich dir hier, ist wohl besser was
    Also ich stand ja hinter dir als du dieses hübsche Mädchen lange in den Arm genommen hast und mit ihr geredet hast!
    ich fand das so toll wie du auf sie eingangen bist und dann zu ihr sagtest, du bist ja süss, kann man dich einpacken 🙂
    Und ich weiss das es bei dir Tage gibt die scheisse sind, Tage sind die eine Katastrophe sind aber wichtig ist das du an der Therapie dran bleibst. Du hast schon so viel geschafft.
    Und auch wie du deine Geschichte auf der Bühne, hier auf dem Blog verarbeitest, das ist einfach toll!
    Deine Mutter ist eine tolle und starke Frau….

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