Während der ICE von Hamburg nach Berlin langsam in den Bahnhof der Hauptstadt einfährt, wird mir bewusst, dass es nun wirklich vorbei ist. Ein ungewohntes Gefühl macht sich in mir breit und der Blick in die müden, aber unbeschreiblich glücklichen Augen meines besten Freundes lässt mich ebenfalls lächeln und ganz tief durchatmen.

Es ist eingewohntes Gefühl, jetzt gleich in die Wohnung am Hackeschen Markt zu kommen und den Koffer auszuräumen. Auszuräumen und nicht direkt die nächste Maschine Wäsche anzustellen, damit die Klamotten bis zum nächsten Tourblock wieder trocken und einsatzbereit sind. Wobei ich sogar fürchte, dass sie nach dem Waschen leider nicht mehr passen würden, da ich in den vergangenen Tagen wieder einige Kilo zugenommen habe.

Das Jahr neigt sich dem Ende und unsere Tour ist vorbei. Die „In Gedanken – Tour“ meines besten Freundes Batomae, bei der ich gemeinsam mit ihm die Abende mit unserer Konzert-Lesung eröffnen durfte, fand gestern im Pumpwerk Wilhelmshaven ihren gebührenden Abschluss.

Eine Tour, die uns bis an die Grenzen unserer Belastbarkeit gebracht, uns in Atem gehalten, aber nicht seltener auch den Atem geraubt hat. Und obwohl sie besonders parallel zu meinem Therapiestart unfassbar anstrengend war, bin ich traurig, dass sie nun vorbei ist. Yepp, sogar mein Lampenfieber vor den Auftritten werde ich vermissen.

Es gibt unglaublich viele Dinge, die ich an mir verändern möchte, aber es gibt absolut niemanden aus dem Team, den ich bei unserer nächsten Tour 2018 missen möchte. Auch wenn es die allerste Batomae-Tour war, haben uns wundervolle und leider ebenso grausame Momente zusammengeschweißt.

Als gestern Nacht um kurz vor drei 13 Gläser gehoben wurden, war es eine Atmosphäre im Raum, wie sie herzlicher nicht hätte sein können. Dieses Gefühl, ein Teil davon sein zu dürfen, erfüllt mich mit Glück, Dankbarkeit und Stolz. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal irgendwo so sehr dazu gehöre…

Und so hat es sich gestern schon fast ein bisschen wie Weihnachten angefühlt. Aber nur fast, denn es brauchte keine Geschenke für leuchtende Augen…

Eure Jana,
die nun glückselig ins muckelige Bett krabbeln wird und den Koffer doch erst morgen früh auspackt.

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2 Kommentare

  1. Es war eine tolle Tour… ich bin sehr dankbar, dass ich 2x dabei sein durfte <3. Ich hoffe, dass 2018 auch ein paar Termine für mich und meine Liebsten passen :-*
    Ich drücke dir die Daumen, dass du schnell wieder in die Spur kommst mit Bewegung und essen… ich hab in den letzten Wochen auch wieder viel zu unüberlegt gegessen und mich zu wenig bewegt….tschakka…auf gehts
    LG

  2. Hallo Jana,
    ich mag deine offene und liebevolle Art zu schreiben.Das Lesungs-Konzert in Berlin war Bombe. Meine Freundin und ich kamen später,weil die Ängste uns mal wieder voll im Griff hatten.Aber wir haben es doch noch geschafft zu euch zu kommen und sind über unsere Grenzen hinweg gewachsen.
    Der Privatclub war ein toller Ort für eure Tour und die Atmosphäre war berauschend.Ich fühlte mich so getragen von euren Worten. Ich konnte ich sein und meine Krankheit spielte keine Rolle mehr.
    Denn die letzten Tage zerrten sehr an mir und meine Essstörung bekam die Oberhand über mich. 😢Lieder haben die Leere und die neg.Gedanken über mich gesiegt.
    Aber wer ist schon Perfekt. Ich bin auf dem richten Weg,dank profesioneller Hilfe,da sind auch mal Ausrutscher,was vollkommen normales und müssen auch am Anfang sein.Mein Motto ist dann „aus Steinen die einem in den Weg gelegt werden,kann man schönes bauen“!

    In diesem Sinne,
    wünsche ich euch entspannte Weihnachtstage.
    LGFatima

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