Ihr Lieben,
ich wünsche Euch und Euren Lieben ein wundervolles Weihnachtsfest, dass es Euch gut geht und ihr Euch nicht so viele Gedanken macht. Ich probier’s heut‘ auch. Ich will versuchen, nicht nur mit all‘ dem Essen, all‘ der Liebe & den vielen Gefühlen klarzukommen, nein, ich versuche all‘ das heute zuzulassen und zu genießen.

Und wenn mir später jemand zum dritten Mal die Plätzchen anbietet, werde ich lächelnd ablehnen und keine Wut, keinen Druck und keine Verzweifelung hochkriechen lassen. Es wäre auch falsch, denn sie meinen es ja nur gut und wollen höflich sein. Es ist kein Angriff gegen mich und es ist keine Rücksichtslosigkeit gegenüber meiner Essstötung.

Lange habe ich das so empfunden. Ich habe innerlich geschrien und getobt, wie man denn nur so rücksichtslos sein kann, mir so etwas anzubieten. OK, manchmal habe ich auch laut getobt, aber dann hat mich mein bester Freund wachgerüttelt. Und er hat recht. Ich wünsche mir nichts mehr, als normal zu sein. Ich möchte nicht, dass man mich, nur weil ich das mit dem Essen nicht so gut hinbekomme, mit Samthandschuhen anfasst.

Warum tobe ich dann und verzweifle, wenn ich normal behandelt werde? Es ist normal, dass man leckere Dinge angeboten bekommt. Vom Kuchen über Plätzchen bis hin zum selbst gemachten Eierlikör haben sich Menschen große Mühe gegeben und möchten mir davon anbieten. Genau genommen wäre es sogar eher sehr traurig, wenn sie es nicht täten.

Und wenn ich ganz ehrlich in mich hinein horche, wäre ich echt gekränkt, wenn man mich anschießen würde. Ja, wenn wir an der schön gedeckten Tafel sitzen würden und ich als Einzige nichts angeboten bekäme, ja, das wäre ein fieses Gefühl. Ich möchte wenigsten einmal „Nein“ sagen. Oder vielleicht sogar auch „Ja“, wer weiß?

Eben, niemand außer mir weiß, wie es mir gerade geht und was geht oder eben nicht. Schweigen ändert nichts – und solange es mir nicht aufgezwungen wird, ist es eine nette Geste. Fragt jemand wieder und wieder nach und bedrängt mich, ist es immer noch meine Entscheidung. Ich muss nichts annehmen, nur um nicht zu enttäuschen. Es ist nicht unhöflich „Nein“ zu sagen. Ok, einigen wir uns darauf: Es ist nicht unhöflich lächelnd „Nein, vielen Dank, ich möchte nicht.“ zu antworten.

Mein Gefühl, mein Körper und meine Entscheidung. Und genau die soll mir bitte niemand nehmen. Schon gar nicht heute an Weihnachten. Ich übernehme mehr und mehr Verantwortung für mich und dass ich sie mehr und mehr mit einem guten Bauchgefühl treffe, ist wohl das schönste Geschenk.

Eure Jana
und nun viel Vergnügen mit der kleinen Lesung und vielleicht sehen wir uns ja auf Tour?

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2 Kommentare

  1. Liebe Jana,
    danke für dieses schöne Geschenk heute morgen. Hat richtig gut getan dich und Batomae + Band zu sehen, berührend und emotional.
    Ich freue mich schon riesig darauf euch in Stuttgart LIVE zu erleben – war das Weihnachtsgeschenk meiner Töchter und das Beste, sie kommen auch mit !
    Ich wünsch dir und deiner Familie besinnliche Festtage, geniess die Zeit der Entspannung und Ruhe
    Fühl dich umarmt <3
    Karin

  2. Pingback: Ein Abschied für immer? - Jana Crämer – Blog – Endlich Ich

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