Instagram, Facebook, YouTube, Snapchat, Twitter, jetzt dieses neue Vero und und und… und ehrlich gesagt, wird mir das langsam zu viel.

Mir tut – besonders Instagram –  wirklich gut. Es macht mir Freude, mein Essen zu fotografieren. Nicht nur, weil ich es ganz automatisch schöner anrichte.  Yepp, würde ich es nicht mit Euch teilen, könnte es zwischendurch schon passieren, dass ich mir mein Essen nur lieblos auf den Teller klatsche.

“Das Auge isst mit“

Zu lange ging es mir nur um das möglichst schnelle, ungesehene Vernichten von Nahrung. Diese negativen Verknüpfungen von Gefühlen & Lebensmitteln sitzen noch tief, weil maßloses Essen so lange nichts als Bestrafung war, aber es wird besser. Teller für Teller und Foto für Foto. Dass das Auge mitisst, ist völlig neu für mich. Über 20 Jahre war mein Blick auf das Essen vernebelt, so dass ich erst ganz langsam lerne, es wieder wertzuschätzen, zu genießen und wirklich klar zu sehen.

Wundervolle Veränderung

Der Geschmack, die Konsistenz und der Geruch war mir bei meinen Fressflashs so zuwider, dass ich oft schon beim Runterschlingen würgen musste. Heute ist das zum Glück ganz anders, und wenn ich mir zwischen Interviews und Auftritten wirklich mal die Zeit nehmen kann, um in Ruhe mit meinem besten Freund und seiner Band lecker kochen oder essen zu gehen, ist das ein unheimlich wertvoller Moment für mich. Ein friedlicher, genussvoller Augenblick, der nichts mehr mit Angst, Scham, Druck oder Kontrolle zu tun hat.

Außerdem bewirkt das Fotografieren meiner Mahlzeiten, dass ich mir ganz bewusst mache, was und wie viel da auf meinem Teller liegt. Ich zähle ja seit ein paar Monaten keine Kalorien mehr. Ich esse was und wann es mir schmeckt, dabei liege ich Mal etwas unter’m Tagesbedarf mal ein bisschen drüber.  Nicht selten kommt mir dann die Teller-Regel von meiner Ernährungsberaterin Sandra in den Sinn und ich checke kurz ab, ob alles so passt. Insgesamt merke ich, dass ich viele ihrer Tipps bereits ganz automatisch umsetze. Yepp, am Anfang war es natürlich schon so, dass ich oft in den kostenlosen Broschüren von ihr nachgelesen habe, aber in den letzten Wochen klappt’s fast von selbst. So bleibt mehr Platz für schöne Gedanken und leckere Rezepte.

Ebenso tut es mir gut, mir und Euch zu zeigen, dass die Nahrungsaufnahme nicht im direkten Zusammenhang mit der Zahl auf der Waage am nächsten Morgen steht. Das Gewicht hängt natürlich von dem ab, was wir essen, aber auch von anderen Faktoren. Und nur, weil das Gewicht schwankt, heißt das nicht, dass der Salat am Abend zu wenig oder die Pizza kurz vor Mitternacht doch zu viel war.

„Du tust mir gut!“

Ehrlich gesagt, ist es für mich inzwischen sogar ein schönes Morgen-Ritual. Ich sterbe zwar nicht, wenn die Batterie mal leer ist, aber es gibt mir ein gutes Gefühl, mir jeden Morgen ganz bewusst zu machen, dass diese Zahl nur eine Zahl ist.

Und ich bin jetzt schon gespannt, welche Ziffer dort steht, wenn ich mich in mir wohl fühle. Allein das Gefühl, daran glauben zu können, dass dies irgendwann der Fall sein wird, wow, was ein Geschenk.

Ich teile so gerne meinen Weg mit Euch und freue mich über unseren intensiven Austausch, Eure lieben Kommentare und wenn ihr mir schreibt, dass ich Euch gut tue. Kann es ein schöneres Kompliment geben als jemandem gut zu tun?

Natürlich kommen dann auch mal solche Kommentare, die kurz weh tun, mich zum nachdenken bringen, warum ich mich diesem Hass öffentlich aussetze und ob das alles so richtig ist. Aber dann denke ich an die Worte von meinem besten Freund.

„Tut es dir gut? Das ist die einzige Frage, die Du Dir stellen musst, Jana.
Wenn es Dir gut tut, dann ist es richtig.“ (Batomae)

Alles zu seiner Zeit.

Und genau so ist es. Ich habe meinen Weg – endlich ich zu werden – gefunden und ich gehe ihn gerne gemeinsam mit Euch. Ohne irgendwelchem Druck, der mir sagt, welchem Social Media Trend ich grad folgen sollte, nachzugeben.

Vielleicht stelle ich es bald mal so ein, dass alles, was ich bei Insta den Tag über poste, auch automatisch bei Facebook erscheint. Vielleicht lebe ich bald auch endlich mal den Gedanken etwas mehr aus, bei YouTube aktiver zu sein, denn die 15 Sekunden bei den Insta-Stories sind mir echt zu kurz.

Aber bis es so weit ist, freue ich mich am allermeisten über Batos und meine Auftritte, wenn anschließend Schülerinnen und Schüler zu mir kommen und einfach nur fragen, ob sie mich fest in den Arm nehmen dürfen. – In diesen Sekunden stimmt einfach alles, auch ohne Hunde-Filter. Und klar machen wir danach noch das Foto für Snapchat, Insta und Co. denn das eine muss das andere ja nicht ausschließen.

Ich drück‘ Euch, Eure Jana, die die Tour im Mai kaum noch erwarten kann, und das nicht nur wegen der wundervollen Umarmungen

Was Euch auf unserer Batomae „In Gedanken“ Tour 2018 erwartet?
—> http://www.endlich-ich.com/konzert-lesungen/

10.5. Bremen – Tower Musikclub
11.5. Lübeck – Rider’s Café
16.5. Frankfurt/Main – Nachtleben
17.5. Köln – MTC
18.5. Dortmund – FZW
19.5. Stuttgart – Haus 11
24.5. Jena – Kassablanca
25.5. Dresden – GrooveStation
26.5. Weinheim – Café Central

Tickets: www.eventim.de/batomae

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