Keine Regeln, kein Verzicht und aufhören, wenn man satt ist. Es klingt so, als wär’s das leichteste der Welt. Aber was ist, wenn es kein „satt“ gibt? Wie kann ich vor’m Überschreiten meines errechneten Kalorienbedarfs ein Ende finden, ohne in alte Muster zu verfallen und wieder Kalorien zu zählen, alles genau abzuwiegen und exakt zu protokollieren? Für mich klingt es grad so, als wär es das schwerste dieser Welt.

Vielleicht ist es so schwierig, weil es so einfach ist.

Ich kannte immer nur Extreme. Meine Gefühle eskalierten zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt und mein Essverhalten zwischen hungern und fressen. Habe ich dann mal wieder den x-ten neuen Ernährungsplan für mich entdeckt, habe ich ihn nicht einfach nur umgesetzt. Nein, das wir mir nicht genug, yepp, das wäre doch wirklich viel zu leicht gewesen.

Ich wollte schneller abnehmen.

Ich habe den Plan also so verschärft, dass er eine Herausforderung darstellte, die ich nur mit eiserner Disziplin meistern konnte. Dass es ungesund und zum Scheitern verurteilt war, wollte ich nicht hören. Ich hielt mich für die Königin der Disziplin und habe mich noch daran ergötzt, dem steigenden inneren Druck irgendwie standzuhalten. Verzicht war ein Kick für mich, zumindest bis zum nächsten Fressflash.

Instagram & Facebook

Seit einiger Zeit poste ich ja alles, was ich esse, und meinen morgendlichen Gang auf die Waage bei Instagram. Und da die Bitte „Jana, Du nimmst so toll ab, isst Du überhaupt was? Ich bekomme hier bei Facebook gar nichts mit. Mag mich aber nicht bei Instagram anmelden, kannst Du es auch hier posten?“ mit einem Klick zu lösen war, seit gestern dann nun auch bei Facebook.

Rezepte & Fingerspitzengefühl

Ebenso gibt es nun immer mal wieder die „Rezepte“ zu den Fotos, aber erwartet da bitte keine zu 100% exakten Angaben. Ich wünsche mir, von meinem ungesunden Perfektionismus loszukommen, und mit Fingerspitzengefühl statt mit Küchenwaage zu kochen, ist da der 1. Schritt. Ein zugegeben sehr kleiner, aber immerhin. Alles beginnt beim 1. Schritt, wie Batomae so schön singt.

Bauchgefühl

An Fingerspitzengefühl beim Kochen mangelt es mir zum Glück nicht, meist schmeckt es sogar erstaunlich gut. An Bauchgefühl hingegen noch sehr. Ihr könnt es ja quasi live bei Insta & Facebook mitverfolgen: Frühstück um 13:00 Uhr, hier mal `nen kleinen Happen, abends `nen leichten Salat. An anderen Tagen wiederum Porridge mit 200g Nüssen zum Frühstück, mittags Lasagne, zum Kaffee dann Kuchen, Crossies und Trockenpflaumen für’s Gewissen. Ach ja, und abends noch `ne große Pizza. Mal so, mal anders. Eben je nachdem, was den Tag über so anliegt und wie hoch mein Stresspegel ist.

Ich brauche Beständigkeit. Mein Körper auch.

Um mich sicher zu fühlen, brauche ich Beständigkeit. Ich muss mich auf Menschen und Absprachen verlassen können. Warum sollte mein Körper da anders sein? Wenn ich noch nicht wieder auf mein Bauchgefühl vertrauen kann, sollte mein Körper doch wenigstens schon mal wieder auf mich vertrauen können.

Er hat Regelmäßigkeit verdient und er hat es verdient, die Energie, die er braucht, zu bekommen. Und zwar so über den Tag verteilt, dass ich nicht mit einem Stein im Magen ins Bett krabbel’ und mich die Waage mit +4 Kilo am nächsten Morgen begrüßt. Yepp, +4 Kilo.

Klar, in erster Linie Wasser und Mageninhalt, aber erschrocken war ich gestern schon. Vermutlich habe ich einfach zu wenig gegessen und getrunken, so dass mein Magen schlichtweg gestreikt hat. Auf die Toilette musste ich gestern Morgen auf jeden Fall nicht.

Das Leichteste der Welt.

Vielleicht ist das schwerste dieser Welt, einzusehen, dass essen wirklich das leichteste der Welt sein kann. Man braucht kein Studium abzuschließen, um sich gesund zu ernähren. Die Arbeit haben andere zum Glück für uns übernommen und ihr Fachwissen verständlich und knapp zusammengefasst. Keine überteuerten Coaches oder Online-Kurse, keine gefährlichen Pillen, keine Abos, nervige Anmeldung oder sonstiger Firlefanz.

Fachwissen in 3 kostenlosen Broschüren zum direkten Download:

1. Mehr bewegen, anders essen. (Für mich persönlich die wichtigsten Infos)
2. So optimieren sie ihren Stoffwechsel.
3. Gesunde Ernährung leicht gemacht.

Fragen & Antworten

Wenn Euch beim Lesen Dinge unklar sind oder ihr andere Fragen zum Thema Ernährung habt, schreibt mir gerne eine Mail an: fragen@endlich-ich.blog

Ich sammel’ sie, und nehme mit zum nächsten Treffen mit Sandra, meiner Ernährungsberaterin der pronova BKK. Sandra kümmert sich um uns und die Antworten gibt’s dann bald hier auf dem Blog. Und keine Angst, auch wenn Sandra Ökotrophologie – also Ernährungswissenschaft – studiert hat, gibt’s die Antworten ohne Fachchinesisch. Versprochen.

Aber nun lade ich mir eben schnell die 3 PDFs runter, vermutlich klären sich so die meisten Fragen dann schon von selbst.

Liebste Grüße an Euer Bauchgefühl, Eure Jana, die den Frühling kaum noch erwarten kann. Ich hoffe wir sehen uns auf unserer Tour im Mai?

Autor

11 Kommentare

  1. Liebe Jana, danke für deinen tollen Beitrag! Du hast mich dazu inspiriert, nach 6 Monaten genauesten Kalorienzählens – ich war davon besessen – das mit dem Bauchgefühl auch mal zu versuchen. Bis jetzt läuft es eher holprig, aber wenn ich dann Insta öffne, deine Story und deine Fotos sehe, fühle ich mich wieder getröstet und verstanden. Jetzt werde ich mir erstmal die Broschüren herunterladen und heute Abend in Ruhe schmökern. Was ich dazu esse, werden wir sehen 🙂
    Ich bin froh, dass es dich und deinen Blog gibt.
    Liebe Grüße, Lisa

    • Wie sehr mich Deine Worte freuen. Danke, liebe Lisa. Wir schaffen das. In einer Welt, in der wir alles sein können… warum nicht gesund und glücklich? Liebe Grüße, Jana

      • Da lasse ich mich direkt von deinem Optimismus anstecken 🙂 Das schaffen wir!!! (sagt das nicht die Kanzlerin immer?)
        Sonnige Grüße nach Berlin!

  2. Mein *Bauch*gefühl sagt mir leider NIE das ich satt bin.
    Ich könnte ständig und rund um die Uhr bzw.bis ins Bett gehen und dann sofort wieder nach dem Aufstehen ESSEN ESSEN ESSEN …. ohne jegliched *Satt*gefühl 😢
    ich muß mich zwingen nicht ständig was zu essen oder naschen 😢

    Wobei es keine Fressflashs sind sondern ständig nur HUNGER
    auch viel trinken ~mindestens 3l,manchmal auch mehr~ hilft nicht.
    Ablenken ist so gut wie nicht möglich,mein Hirn denkt nur an ESSEN 😢😢😢😢😢

    • Ja, ich weiß, Kalorienzählen ist nicht unbedingt das Beste weil es schnell stressig werden kann und man dann schnell nachlässig wird. Aber bei sir würde ich dir ganz dolle empfehlen einfach mal deinen Bedarf am Tag auszurechnen, oder auch mal so zu gucken was deine Freunde (an Mengen) essen, damit du ein Gefühl bekommst was ’normal‘ ist. Glaub mir, du, bzw dein Magen oder Körper, wird sich nach nicht allzu langer Zeit daran gewöhnen und du wirst wieder ein normales Hunger und Sättigungsgefühl haben. Ich hab das auch so gemacht, bzw eher geguckt was so normale Portionen und Esszeiten sind und mir dann durch mein Gewissen (weil ich wusste das das, was ich gegessen hatte, ein normal großes und ausgewogenes Gericht war) „eingeredet“ das ich jetzt keinen Grund dafür haben sollte in irgendeiner Art hungrig zu sein (mag sich jetzt vielleicht seltsam anhören:D)
      Ich hoffe sehr das hat dir geholfen<3

  3. Hey Jana, ich hab eben schon nen Kommentar geschrieben, hab aber nochmal ne Frage an dich: nimmst du auch nur allein durch aufs Bauchgefühl hören ab oder spielen da manchmal schon Berechnungen von Kalorien mit? Würde mich über ne Antwort freuen:))

    • Na, mein Bauchgefühl meldet sich ja leider noch nicht so wirklich, deshalb zähle ich ganz grob Kalorien, aber auf 300 mehr oder weniger lasse ich es da nicht mehr ankommen. 😉

  4. Liebe Jana,
    mich würde es interessieren wie lange du gebraucht hast um dich zu „halbieren“?

    Ganz liebe Grüße,
    von einem großen Fan
    Katja

    • Puh, so genau kann ich das nicht sagen, da ich ja immer extreme Schwankungen habe, aber mit dem Abnehmen angefangen, habe ich 2014. Liebe Grüße, Jana

  5. Alesja Schlaaff Antworten

    Liebe Jana

    Ich kann alles du schreibst, so gut nachvollziehen, fressen oder hungern, alles oder nichts, das kenne ich nur zu gut. Ich habe die Essstörung schon mein Leben lang gehabt. Wann immer ich Kummer hatte, hieß es zu Hause bei den Eltern immer „Kind, iss erstmal was, dann geht es dir wieder besser“. Durch die Schwangerschaft hatte ich noch mehr Gewicht drauf und der ganze Teufelskreis hat sich noch mal intensiviert. Es ist so beruhigend zu lesen, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin. Danke, dass du so mutig und offen bist über ein Thema zu sprechen, dass viele in uns heimlich tragen.
    Herzliche Grüsse,
    Alesja

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