„Bloß keine Ernährungspläne oder Disziplin, wenn Du essgestört bist. Wenn Deine Seele nach Essen schreit, musst Du sie trösten. Iss Kind, iss!“, sagen die einen. 

„Strikte Essenspläne mit ganz genauen Mengenangaben sind unfassbar wichtig, damit Dein Körper lernt, dass es Mahl-Zeiten gibt und wie viel Du darfst! Auf keinen Fall darfst Du davon abweichen, hörst Du?!“ kommt es aus der anderen Ecke. 

Ausrufezeichen & Augenbrauengymnastik

Yepp, beide Parteien beenden ihre Meinungen mit einem mahnenden Ausrufezeichen und vor meinem inneren Auge sehe ich, wie zur Untermauerung noch ganz leicht die Brauen nach oben gezogen werden.

Zum Glück gibt es da aber noch eine dritte Partei. Diese besteht aus genau zwei Menschen. Zwei Menschen, die noch nie auch nur irgendwas miteinander zu tun hatten, aber trotzdem ziehen sie an einem Strang. Was die zwei verbindet? Ich. – Ich bin das Bindeglied zwischen meiner Ernährungsberaterin Sandra und meinem Psycho-Doc, wie ich meinen Psychiater liebevoll nenne. 

Beide begleiten mich auf meinem Weg, gesund zu werden, und beide bekommen kein Geld dafür. Zumindest nicht von mir. Ok, außer meinen monatlichen Krankenkassenbeitrag. Ich bin ganz normal gesetzlich bei der pronova BKK krankenversichert und die kümmern sich, da brauche ich keine teuren Coaches, Challenges oder sonstiges Gedöns on top. Klingt herrlich einfach? Ist es auch.

„Erlaubt ist, was hilft.“

Diese Zwei haben ein und die selbe Meinung zu dem Ganzen: „Jana, erlaubt ist, was Dir hilft.“ – Dafür brauchen sie noch nicht mal ein Ausrufezeichen oder Augenbrauengymnastik. Obwohl ich das bei meinem Psycho-Doc ehrlich gesagt gar nicht beschwören möchte, denn ich sehe ihn immer nur kurz zur Begrüßung. Danach sitzt er in seinem großen Ohrensessel, ich liege auf der Couch. Tiefenpsychologie par excellence, Siggi wäre stolz auf uns.

„Hallo lieber Schmerz, ich bin wieder da.“

Ihr habt ja vielleicht gelesen, dass mich meine letzte Sitzung so einige Tränen und noch mehr Sicherheit gekostet hat. Verlassen konnte ich mich da nur auf eins: „Hallo lieber Schmerz, ich bin wieder da“, um es mit einem Song von meinem besten Freund zu sagen. 

Bin ich von der Welt überfordert, ziehe ich mich in mein Schneckenhaus zurück. Und das mit `nem Vorrat an Lebensmitteln, der locker für `nen Monat reichen würde. Na ja, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass ich mich ja blöderweise in mein Schneckenhaus begleite und alles binnen 3 Stunden auffuttere, weil gar nicht die Welt, sondern ganz allein ich selbst mein Problem bin. Klingt komisch? Ist es auch.

Ein Gerüst als Stütze. 

Und weil ich nicht möchte, dass ich nun wieder 15 Kilo zunehme, und es noch weniger sein kann, dass ich meinem besten Freund immer wieder völlig grundlos an die Gurgel gehe oder er sich ständig Sorgen machen muss, weil ich andauernd vor Überforderung weine, nehme ich mir die Sicherheit, die ich jetzt grad brauche: Einen Essensplan. Zumindest einen groben. Grundumsatz, Leistungsumsatz fix im Kalorienbedarfsrechner ausgerechnet, ein paar Ideen und Tipps vom kostenlosen Ernährungscoach und ab dafür.

„Jana, Du fängst nun an, Deine festen Grundmauern zu bauen. Solange die noch ein bisschen wackeln, weil Zement nun mal eine Weile braucht, um auszuhärten, darfst Du natürlich ein Gerüst als Stütze nutzen. Was hilft, ist erlaubt. Wenn das jetzt grad ein Essensplan ist, dann ist das so, und wenn Du soweit ist, baust Du das Gerüst einfach wieder ab. Stück für Stück. In Deinem Tempo.“ Klingt herrlich entspannt? Oh ja, ist es auch. Für mich und auch für meinen besten Freund. Endlich können wir beide mal wieder durchatmen. 

Liebe Grüße,
Eure Jana

P.S.: Wenn Du die Broschüren von dem Bild mit meiner Ernährungsberaterin Sandra auch haben möchtest, kannst Du sie Dir hier kostenlos von meiner pronova BKK schicken lassen oder direkt downloaden.

Fotos von und mit Batomae: Jan Köpke
Foto mit Sandra: Sonja Trautmann

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  1. Pingback: Ich gebe alles, nur nicht auf. - Jana Crämer – Blog – Endlich Ich

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