Ihr Lieben fragt Euch vielleicht, warum diese Handtasche ihren eigenen Blogbeitrag bekommt, und das, obwohl Guido sie vermutlich nicht mal als Statement-Tasche durchgehen lassen würde, da sie nicht „Hallohooo, hier bin ich… Tadaaa!“ schreit.

Am letzten Montag gab’s für mich allen Grund, innerliche Konfetti-Kanonen zu zünden, denn Julia hatte Partner, Freunde und Familie ins Zeiss Planetarium Berlin eingeladen, um mit uns die Veröffentlichung ihres neuen Buches „Keine Ahnung, ob das Liebe ist“ zu feiern. 

„3 Türen, 4 Schubladen voll nichts Anzuziehen“

Frisch geduscht, geschminkt und mit Wuscheldutt stand ich pünktlich um kurz nach 18:00 Uhr vor’m Kleiderschrank. Vor’m Kleiderschrank, der sich normalerweise ziemlich treffend als „3 Türen, 4 Schubladen voll nichts Anzuziehen“ zusammenfassen lässt. Normalerweise, denn heute passte sowohl Hose als auch Bluse, ohne zu kneifen oder zu schlabbern. 

Nur meine Handtasche passte nicht. Also nicht nur nicht, sondern mal so gar nicht. Ok, zugegeben, ich stand nichtmal mit Handtasche vor’m Spiegel, sondern mit Rucksack. Mit meinem grauen Rücksack, der zwar im Alltag unheimlich praktisch war, aber in diesem Moment selbst mit zwei zugedrückten Augen nicht zu meinen Lieblingsstücken in Dunkelblau und weiß mit bunten Blümchen passte. 

Kapazitäten frei

Sonst ist mir das relativ egal. Sonst bin ich viel zu sehr damit beschäftigt, mich über meine nie gut passenden Klamotten zu ärgern oder über den dicken Pickel, der sich sonst zu schönen Anlässen üblicherweise mitten auf meiner Stirn in Position bringt. Aber da war kein Pickel, nichtmal ein kleiner. Ich hatte also genug Kapazitäten frei, mich über meine fehlende Handtasche zu ärgern. 

Und dann kam der Moment. Ich ertappte mich dabei, wie mich mein Spiegelbild anlächelte und ich dieses Lächeln erwiderte. Wir hatten einen wundervollen Abend mit lieben Freunden vor uns und es gab absolut keinen Grund, uns schlecht zu fühlen. Ganz im Gegenteil, wir fühlten uns sogar ausgezeichnet und da konnte auch die fehlende Handtasche nichts dran ändern. 

Als nachts im Planetarium schließlich das Licht ausgemacht wurde, waren Julia, ihre Eltern, Steffi und ich die Letzten, die den Abend ausklingen ließen. Einen wundervollen Abend voller Poesie und Musik, an dem einfach alles passte. Sogar mein blaues Schminktäschen, dass ich kurzerhand umfunktioniert hatte, um Handy und Portemonnaie zu verstauen.

Es reicht ja, wenn ich aufgeregt bin.

Gestern war es dann aber so weit, ich war eh am Alex unterwegs und bin mal kurz bei TK-maxx rein, als ich sie sah. Die perfekte Handtasche mit kleinen roségoldenen Punkten. Erst überlegte ich, ob sie nicht vielleicht doch etwas zu auffällig war. Also zu auffällig für mich, denn bis gestern wählte ich meine Handtaschen stets dezent, um bloß so wenig Blicke wie möglich auf mich zu ziehen. Ich war bei gesellschaftlichen Anlässen eh immer aufgeregt genug, da sollte meine Tasche möglichst unaufgeregt sein. 

Aber so langsam mag ich solche Abende, schon das Zeltfestival konnte ich genießen, und wenn ich am 09. Oktober im Zoopalast zur Weltpremiere von Sebastian Fitzeks Kinofilm „Abgeschnitten“ gehe, habe ich schon mal eine Handtasche. Hmm, hoffentlich passen dann noch Hose und Bluse, denn irgendwas ist ja eigentlich immer, aber jetzt gerade ist einfach alles nur gut. 

Ein inneres Statement 

Und auch wenn diese Tasche vielleicht kein äußeres Statement ist, ist sie ein Inneres. Und sie hat es auch gar nicht nötig, laut zu schreien, denn ein „Wir müssen uns nicht verstecken“ tut auch gut, wenn man es ganz leise nur für sich sagt. 

Habt ihr auch ein Lieblingsstück oder Accessoire, dass ihr mit einem inneren Statement verbindet? Oder sogar eines mit einem unübersehbaren Statement, da es ein (Song-)Zitat schmückt?

Eure Jana

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1 Kommentar

  1. Ich habe eine Kette in Plektrum Form, auf die der Name meines Lieblingsmusikers eingraviert ist. Es ist zwar ein Lederband, aber ich trage diese Kette immer, auch zu eleganteren Anlässen. Sie gehört einfach zu mir und ist in manchen Situationen meine Sicherheit, wenn man nicht weiß, wohin mit den Händen. 😂

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