Puh, wie oft habe ich bei dem Gedanken „Alles ist erlaubt“ die Augen verdreht, und mich stattdessen für meine eiserne Disziplin und meinen Verzicht gefeiert? Wie oft habe ich die Worte „In Maßen ist alles okay“ belächelt und meinen Gesprächspartner danach innerlich für nicht mehr ganz zurechnungsfähig erklärt?

Ganz ehrlich? Ich konnte es schon gar nicht mehr zählen. Die Kalorien, die ich dann in einem unkontrollierten Fressflash vernichtet habe, aber leider auch nicht. Immer und immer wieder mit dem festen Vorsatz, dass es dieses Mal das allerletzte Mal sein würde. „Und ab morgen: Keine Süßigkeiten mehr!!!“ hallte der Vorsatz mit mahnenden Ausrufezeichen wieder und wieder durch meine Gedanken.

Ich im Musikvideo von Batomae – „Unvergleichlich“

Jeden Tag was Süßes.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich also nicht unbedingt begeistert war, als mir meine Psychologin dann sagte, ich sollte versuchen, jeden Tag etwas Süßes in meinen Essensplan einzubauen. 2.000 Kalorien täglich, um unter meinem errechneten Leistungsumsatz zu bleiben, und dazu die Süßigkeit.

„Jana, Du musst von Gedanken loskommen, dass etwas „verboten“ ist. Zucker ist nicht böse, nicht Dein Feind und Kohlenhydrate schon drei Mal nicht. Es ist in kleinen Mengen vollkommen okay und diesen Genuss solltest Du einbauen, um gesund zu werden. Ja, gesund zu werden und weiter abzunehmen.“

Um ehrlich zu sein, habe ich diesen Gedanken, dass ich es „musste“, erstmal sogar als innere Legitimation genommen, dass der tägliche Versuch, etwas Süßes zu essen, anfangs immer in einem Fressflash enden durfte. Und genau das ist die ersten Tage auch passiert. 

Jeden Tag das selbe Spiel… Zum Kiosk, nach Hause, um dort „erlaubterweise“ zu naschen. Obwohl ich mir immer extra nur einen Riegel gekauft und ihn – wie empfohlen – erst Zuhause gegessen habe, war der Essdruck danach anfangs so groß, dass ich anschließend direkt zum Supermarkt bin und es in einem Fressgelage endete. 

Ich habe ihr vertraut.

Aber wenn ich mir eins geschworen habe: Ich will aufhören, den Scheiß aus dem Internet und den bekloppten Crash Diäten zu glauben. Keine Diäten, keine Challenges und keine selbsternannten Gurus. Ich habe mir vorgenommen, den ausgebildeten Experten zu vertrauen und genau das habe ich getan. Wenn meine Ernährungsberaterin und meine Psychologin sagen, dass es in Maßen okay ist, dann muss da was dran sein. 

Bei Instagram und Facebook könnt ihr in meinen Stories ja täglich sehen, was ich alles esse – tagsüber und auch mal nachts. Yepp, sollte ich nachts um drei auf die Idee kommen, etwas zu essen, passiert dies nicht, ohne dass ihr in meiner Story ein Foto davon seht. 

Erwartet bitte nur keine ausgefallenen Rezepte oder so’n Gedöns. Ich esse oft im Restaurant, wenn ich mit Batomae und seiner Band auf Tour bin und benutze auch sonst viele Produkte, die einfach mal alles, aber nicht „typisch abnehmen“ sind. 

https://www.instagram.com/p/BpaMSWnHjmu/

Ich koche und brate mit hochwertigem Öl, nehme aber vorzugsweise Lebensmittel, die eine geringe Energiedichte und somit weniger Kalorien auf 100g haben als viele andere Lebensmittel, denn am Ende des Tages kommt es auf die negative Energiebilanz an, aber darüber habe ich ja schon ganz oft geschrieben. (z.B. hier: Energiebilanz)

Es klappt mit dem Abnehmen.

Große Portionen, was Süßes und Kohlenhydrate bis spät in die Nacht. Alles Dinge, die ich mir früher verboten habe. Jetzt gehört all das in mein Leben und nach und nach, verschwinden die zittrigen Hände, das Herzrasen und die quälenden Gedanken. Es wird leichter und ich auch

Die Zahl auf der Waage interessiert mich nicht mehr im geringsten, da sie eh von den unterschiedlichsten Faktoren bestimmt wird, aber ich freue mich, dass die Shirts immer weiter werden und die Hosen rutschen. 

Vielleicht brauchte ich diese vielen Jahre „Hungern, Fressen & Kotzen“, das Niederschreiben meiner Gedanken in meinem Roman „Das Mädchen aus der 1. Reihe“ und die stundenlangen Gespräche mit meinem besten Freund Batomae, den Psychologen, meiner Ernährungswissenschaftlerin Sandra von der pronova BKK. Ja, und nicht zuletzt die Momente mit Euch nach unseren Auftritten mit der Konzert-Lesungen, aber jetzt fühlt es sich genau richtig an. 

Ich folge dem Rat der Experten 

Drei Hauptmahlzeiten täglich, die zusammen etwa 2.000 Kalorien ergeben (Euren Bedarf könnt ihr hier kostenlos ausrechnen) + ein Schokoriegel oder eine andere Süßigkeit, die dem etwa gleich kommt. 20-30 Minuten intensive Bewegung im Alltag beim Einkaufen oder Spaziergehen, yepp, und Treppensteigen statt Aufzug.

Eigentlich sind es nur Kleinigkeiten, aber sie zeigen ihre Wirkung und ich fühle mich unglaublich gut dabei. Diese beiden Schritte: 3 Hauptmahlzeiten und eine kleine Nascherei am Tag, waren wohl der Schlüssel zu einem neuen Bauchgefühl, das sich so ganz langsam mit einem leisen „Hallo, hier bin ich“ meldet. 

Alles Liebe, 
Eure glückliche Jana

Autor

8 Kommentare

  1. So soll es sein!! Herzlichen Glückwunsch zu dem neuen Lebensgefühl. Irgendwann komme ich da auch an und grüße dich 🙂 Bleib dran. Einfach klasse!!

    • Hallo jana
      Kenne das problem im kiosk kurz noch was zu holen nur zu gut… Hab nun auch angefangen jede speisse zu fotografieren.

  2. Hallo Jana
    Gratuliere! Genau so musst Du es machen – weil es genau so für Dich funktioniert. Kann sein, dass dieser „Ablauf“ bei der Sitznachbarin im Bus überhaupt nicht funktionieren würde! Egal? Egal!
    Ich habe früher kiloweise – und das ist nicht übertrieben – kiloweise Gummibärli in mich hineingestopft.
    Meine Ernährungsberaterin gab mir den Typ, kleine Säckli zu kaufen – damit ich mir selber vor Augen konnte, wie viel ich bereits in mich hineingestopft hatte. Später habe ich mir pro Farbe 2 gegönnt. Heute, also gut 10 Jahre später ist es eigentlich noch immer ein Kampf, aber ich höre auf mein Bauchgefühl. Ich nehme eines nach dem anderen und frage mich zwischendurch, ob ich wirklich noch möchte, oder ob ich einfach hinlangen würde, weil sie noch da sind….
    Genau so mit dem Schoggiriegel… ein Häusschen nach dem anderen, ist es eigentlich genug, geht der Rest zurück in den Kühlschrank. Ist noch nicht genug, GENIESSE ich weiter! Genau GENIESSEN und nicht „stopfen“…
    Viel Spass mit dem neuen Gefühl und geniesse es von Herzen. Du hast es sowas von verdient!
    Tanja

    • Liebe Tane, hab‘ lieben Dank für deine Zeilen. Ich wünsche Dir so sehr, dass Dein Bauchgefühl und dein innerer Kampf, einen Waffenstillstand schließen. Alles Liebe, jana

  3. Hey Jana,

    Ich gebe Respekt auf deine Leistung und ahne was du mitmachst. Ich schätze deine Natürlichkeit und dein Lachen. Meine Mädels waren in Frankfurt hin und weg und dank nochmal für ihr Foto.
    Mach weiter so und gehe dein Weg den du magst….die wichtigste Stütze hast du doch oft bei Dir.
    Liebste Grüsse und bis nächst mal in Frankfurt oder Umgebung…

    Sara

    • Liebe Sara, das sind aber liebe Worte. Vielen Dank. Liebe Grüße an dich und deine Mädels. Bis bald in Frankfurt. Jana

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