„Ich wünsche mir so sehr, mal mit Bato und seiner Band auf Tour spontan essen zu gehen. Ja, mit allen zusammen am großen Tisch zu sitzen und gemeinsam zu essen. Ohne schlechtes Gewissen und ohne den quälenden Drang nach mehr“. Ich konnte gar nicht mehr zählen, in wie vielen Interviews ich diesen Wunsch geäußert habe.

Seit einigen Monaten war genau das möglich. Ihr habt es in meinen Stories bei Facebook und Instagram gesehen, ich habe gegessen, manchmal geschlemmt und es ist nicht eskaliert. Sogar Süßigkeiten konnte ich genießen, da ich sie mir nicht mehr verboten habe.

Nicht mal mehr dran gedacht.

Doch, ich würde sagen, dass ich mit meinen drei Mahlzeiten am Tag und einer Portion Süßigkeiten  einen ziemlich normalen und gesunden Ernährungsstil gefunden habe. Das fand auch Sandra, meine Ernährungsberaterin von der pronova BKK. Die meiste Zeit des Tages habe ich nicht mal an Kalorien oder Essen gedacht, außer halt beim Essen.

Seit dem letzten Wochenende, auch das habt ihr bei Facebook und Insta in meinen Stores gesehen, ist es wieder aus dem Ruder gelaufen. Ich kann gar nicht sagen, woran es wirklich gelegen hat, denn es ist nichts schlimmes passiert. Nichts, was mich großartig aus der Bahn geworfen hätte. 

Eigentlich war alles gut.

Es hatte sich alles so leicht und so frei angefühlt – frei von Zwängen, frei von quälenden Gedanken und auch mein Bauchgefühl war irgendwie leicht und beschwingt, alles war gut. Bis zu dem Moment, dass ich statt „einer Portion Süßigkeiten“ dann doch zwei Eisriegel gegessen habe. 

Keine Ahnung, mir war irgendwie danach. Und hat es sich an dem Tag auch noch gut angefühlt, naja, zumindest okay. Die Nacht war unruhig und am nächsten Morgen bin ich mit nur einem Drang aufgewacht: Essen. Das Frühstück war dann gefühlt der Startschuss für eine Fressphase. Auch das habt ihr bei Facebook und Instagram in den Stories gesehen.

Vermissen tut weh.

Seit dem wünsche ich mir, dass es wieder wie vorher wird. Ich vermisse die Leichtigkeit, die glücklichen Momente und die Freiheit, nicht ständig ans Essen denken zu müssen. Es nervt mich, dass ich wieder so bin. Ich nerve mich. Und ganz ehrlich? Gerade wünsche ich mir, ich hätte es nicht erlebt, dann würde ich es jetzt nicht so vermissen. 

Vielleicht kann ich das mit der Liebe auch deshalb nicht zulassen. Wenn sie dann wieder weg ist, würde ich sie viel zu sehr vermissen. Ja, vielleicht verpasse ich so sehr viel, vielleicht erspare ich mir aber auch nur sehr viel leid. 

Schlaft gut ihr Lieben und morgen ist ein neuer Tag,
Eure Jana

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6 Kommentare

  1. Es gibt so Tage… Das kenne ich von mir selbst, von Freundinnen, Kolleginnen – nicht nur mit Essen, sondern auch mit anderen Dingen wie Rückfällen ins Couch-Potatoe Dasein oder doch wieder jeden Abend das Feierabendbier (oder auch zwei…) etc. Wir sind unvollkommene Lebewesen und keine Maschinen… Rückfälle in schlechte Gewohnheiten gehören zum Leben dazu.

  2. Liebe Jana,
    dieses Zurückfallen in alte Muster kenne ich auch nur zu gut! Lass den Kopf nicht hängen. Du wirst wieder rein kommen! Du hast schon soviel geschafft. Das schaffst du auch wieder. Unsere Gewohnheiten, grad wenn sie etwas suchtmäßiges haben sidn einfach ganz fest in unserem Unterbewusstsein verankert. Selbst wenn wir es überschreiben, bleibt wie bei einer formatierten Festplatte immer ein kleiner Rest zurück. Aber je besser und konsequenter und länger du deine neuen Gewohnheiten durchführst, desto weniger wirst du es spüren! Du packst das!

    • Liebe Miriam, ja, ich weiß, dass du recht hast… und ganz langsam kommt das Gefühl auch wieder zurück. Kopf und Herz müssen einfach nur wieder Frieden schließen. Danke für Deine Worte. Liebe Grüße, Jana

  3. Liebe Jana,
    danke, dass du deine Gedanken mit uns teilst. Ich glaube diese kleinen Stolperfallen kennt jeder von uns, sei es beim Essen, beim Sport wenn der Schweinehund mal wieder stärker war oder auch bei anderen Kleinigkeiten (Ich nehm mir zum Beispiel jedes Mal vor, mich beim Autofahren nicht aufzuregen, und erwische mich dann doch beim Fluchen).
    Ich möchte mir gar nicht anmaßen zu sagen, dass ich weiß wie du dich fühlst, aber wenn es dir hilft, dann fühle dich bitte auf die Ferne ganz fest gedrückt! Und manchmal hilft es ja auch einfach gedrückt zu werden ohne das jemand was sagen muss.
    By the way: Ich glaube ja, dass alles einen Grund hat, was passiert … es dauert nur manchmal ein bisschen bis wir verstehen warum es passiert ist.
    Also nochmal: Fühl dich gedrückt und liebe Grüße, Sandra

    • Liebe Sandra, vielen Dank, dass Du dir die Zeit genommen hast, mir deine Gedanken zu schreiben. Ja, ich möchte auch glauben, dass alles einen Sinn hat. Ich möchte aber auch gerne die Geduld haben, gelassener zu bleiben, bis ich ihn verstehe. 😉 Liebe Grüße, Jana

  4. Ich kann gut nachfühlen wie es dir geht. Jeder Rückfall in meine Störung lässt mich ähnliches fühlen.
    Warum kann ich nicht zumindest den schönen Teil genießen? Der Blick in den Spiegel zweigt mir dann nicht nur einen kranken Menschen, sonderen einen Versager. Jedesmal wünsche ich mir nicht zu wissen was ich verloren habe.
    Und jedesmal wieder gibt mir die Erinnerung an das gute Gefühl die Kraft von vorne an zu fangen. Ich weiß wofür ich Kämpfe. Für die Leichtigkeit und das gute Gefühl. Wenn ich sie nie gespürt hätte wäre meine Sehnsucht danach nicht so stark.
    Ich wünsche dir, dass deine Sehnsucht nach dem.guten Gefühl dich stärkt den Kampf gegen die Störung wieder auf zu nehmen.

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