Tag

Mut

Browsing

Eigentlich hatte ich den Plan, zwischen den Jahren zur Ruhe zu kommen und mir endlich mal Zeit zu nehmen, um mich von meinem Vater zu verabschieden. Ich wollte die Tränen weinen, die ich seit dem 08.08.2008 runterschlucke. Oder – wie mein Psycho-Doc sagen würde: „Frau Crämer, Sie haben einen uneindeutigen Verlust erlitten. Ihr Vater ist noch präsent, obwohl er gestorben ist. Nehmen Sie sich die Zeit, ihn loszulassen.“

Als ich am 27. Februar 2018 um 13:22 Uhr von der lieben Julia Kautz erfuhr, dass wir für unseren „Mut in der Kommunikation“ den SignsAward verliehen bekommen sollten, habe ich kurz gequietscht. – Bato kennt das. Es ist wie ein Automatismus, wenn ich mich all zu doll freue, quietsche ich. Die Schüler, die nach unserer Konzert-Lesung noch in der Aula waren, haben zwar etwas verdutzt geguckt, sich dann aber wieder – vermutlich innerlich quietschend – den Selfies mit meinem besten Freund gewidmet.

Ihr Lieben,
ich bin überwältigt, was für eine unglaubliche Welle heute, seit dem Beitrag bei RTL Punkt 12, durchs Netz schwappt. Und zugleich bin ich unbeschreiblich geschockt. Ja, ich bin fassungslos, was für Müll in meinem Posteingang angeschwemmt wird. Ich mag schon gar nicht mehr reinschauen.

99+ kannte ich früher immer nur von der Altersempfehlung auf Gesellschaftsspielen. Inzwischen ist es die rotleuchtende Zahl für ungelesene Nachrichten und Anfragen die standardmäßig  in meinen Postfächern bei Facebook und Instagram angezeigt wird. Nicht nur mich scheint diese schier unglaubliche Zahl zu überfordern, denn außer einer weißen Fläche sehe ich nichts mehr, wenn ich ins Postfach schaue.