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Mutter-Tochter

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Ihr Lieben,
gerade sitze ich bei meiner Mama Zuhause am Wohnzimmertisch, beobachte aus dem Augenwinkel, wie sie genüsslich ein leckeres Eis mit Sahne und Früchten isst, und spüre nichts als Liebe.

Nach all den Jahren, die ich sie von oben herab behandelt habe, widerlich grausam und gemein zu ihr war, ist meine Mama wohl die Frau, die ich am meisten bewundere.

Als mich meine Mutter gestern Abend am Hagener Hauptbahnhof abgeholt hat, war sie irgendwie anders. Irgendwie zurückhaltender, vorsichtiger. Nicht, dass sie sich nicht gefreut hätte, mich zu sehen, nein, das gar nicht. Sie stand in der Eingangshalle des kalten, tristen Bahnhofs und inmitten der griesgrämig dreinschauenden Menschen habe ich sie sofort entdeckt. Ihr warmes und wie immer herzliches Strahlen übersieht man nicht so leicht. Ok, und ihr groß gestikulierendes Winken auch nicht. So ist sie und so liebe ich sie.