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Veränderung

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Eigentlich hatte ich den Plan, zwischen den Jahren zur Ruhe zu kommen und mir endlich mal Zeit zu nehmen, um mich von meinem Vater zu verabschieden. Ich wollte die Tränen weinen, die ich seit dem 08.08.2008 runterschlucke. Oder – wie mein Psycho-Doc sagen würde: „Frau Crämer, Sie haben einen uneindeutigen Verlust erlitten. Ihr Vater ist noch präsent, obwohl er gestorben ist. Nehmen Sie sich die Zeit, ihn loszulassen.“

Als mich meine Mutter gestern Abend am Hagener Hauptbahnhof abgeholt hat, war sie irgendwie anders. Irgendwie zurückhaltender, vorsichtiger. Nicht, dass sie sich nicht gefreut hätte, mich zu sehen, nein, das gar nicht. Sie stand in der Eingangshalle des kalten, tristen Bahnhofs und inmitten der griesgrämig dreinschauenden Menschen habe ich sie sofort entdeckt. Ihr warmes und wie immer herzliches Strahlen übersieht man nicht so leicht. Ok, und ihr groß gestikulierendes Winken auch nicht. So ist sie und so liebe ich sie.