– Husten
– Kopfschmerzen
– Rückenschmerzen
– Schmerzen in den Beinen
– leicht erhöhte Temperatur
– kein Geruchssinn
– kaum Geschmackssinn…

…aber trotzdem Appetit. Vielleicht, weil ich gern esse, vielleicht aber auch, weil der Drang zu Essen nach wie vor mein innerer Kompass ist, wie es mir geht. Und so wirklich gut geht’s mir grad nicht. 

Schon besser

Aber es geht mir schon besser als noch vor wenigen Tagen. Zumindest psychisch, denn ich habe aufgehört, die Horrorszenarien in den einschlägigen Medien zu suchten. Ich aktualisiere nicht mehr alle 15 Minuten den News-Ticker. Stattdessen informiere ich mich bei den Experten der pronovaBKK, die die Infos für mich zusammentragen und auf Richtigkeit prüfen. Außerdem drehe ich nun alle 15 Minuten eine Runde in der Sonne. Eine sehr kleine Runde auf dem Balkon, denn ich bin in Quarantäne. 

Gemeinsam mit meiner Mama in Wetter in Quarantäne zu sein (meine Wohnung in Berlin habe ich einem Freund und seiner Freundin überlassen, da ihre WG-Mitbewohnerin ebenfalls Corona hat), ist eigentlich ganz schön, wäre da nicht diese Ungewissheit, ob ich sie anstecke. Denn ich habe ein positives Corona Testergebnis, sie ein Negatives. 

Ich war doch vorsichtig

Dabei war ich wirklich ganz besonders vorsichtig und habe mich an alle Empfehlungen des RKI wie regelmäßiges & gründliches Händewaschen usw. gehalten, denn ich gehöre zur Risikogruppe. Nicht, weil ich mal 180 Kilo gewogen habe, sondern weil ich an einer Autoimmunerkrankung leide.

Na ja, ein einziges Mal habe ich den Abstand nicht eingehalten und genau da muss es dann passiert sein. Am 13.3. haben Batomae und ich eine Live-Konzert-Lesung bei Instagram gehalten und da hatte ich Kontakt zu einer infizierten Person. Er hatte keine Symptome und wusste auch noch nicht, dass er erkrankt war. Da ist es dann höchstwahrscheinlich passiert. Nun sind mein bester Freund und ich beide an COVID-19 erkrankt.

Und dafür, muss ich sagen, steckt mein Körper diesen Coronavirus ganz gut in die Tasche. Zumindest bis jetzt und da mein Geruchssinn so langsam wiederkommt, denke ich, dass das auch genau so bleibt und ich bald damit durch bin.

Die Schmerzen waren an vier Tagen nicht zu ertragen, aber die habe ich mit Paracetamol ganz gut in den Griff bekommen. Gegen den Husten mache ich Dampfbäder und inhaliere, trinke drei bis vier Liter Tee pro Tag und ansonsten versuche ich, mich von den dunklen Gedanken abzulenken. 

Wie geht’s weiter?

Zum Glück saß mir da eine wichtige Deadline, nämlich den Buchblock für „Unvergleichlich Du! Wie Du Deine beste Freundin wirst“ für den Druck freizugeben, im Nacken und hat meine Gedanken zumindest mal für einige Stunden am Tag beschäftigt.

Ob der stationäre Buchhandel zur VÖ am 25. Mai überhaupt wieder geöffnet hat, steht allerdings in den Sternen und allein die Tatsache, dass meine Gedanken bei dem Wort „stationär“ schwuppdiwupp zu Beatmungsgeräten auf Intensivstationen abschweifen, lässt mich schon etwas zweifeln. Daran zweifeln, ob die Menschen dann überhaupt schon wieder bereit sind, sich in meiner Geschichte zu verlieren und die freien Seiten mit ihrer eigenen zu füllen.

Aber vielleicht hilft es ja auch mit Gedanken wie diesem hier:

Happy End im Kopfkino:
Kennst du das auch? Du sitzt im Bett und grübelst über ein Problem. Du malst dir die schlimmsten Dinge und krassesten Katastrophen aus, und genau dadurch wird dein Problem nicht kleiner, sondern viel, viel größer. Dein Kopfkino wird immer extremer, dein Puls noch schneller, und der Kloß im Hals wird unerträglich schwer. Du denkst gerade noch über die Dinge nach, die vielleicht passieren könnten, und schon im nächsten Moment gehen die Gedanken mit dir durch und setzen so lange noch einen obendrauf, bis das Drama perfekt ist. Kommt dir bekannt vor? 

Diesen Moment kennen wir leider alle. Warum das so ist? Sorgen und Ängste sind einfach mal schrecklich feige und treten genau deshalb meist nur im Rudel auf. 

Wenn du also spürst, dass dir genau das passiert und der Gedankenstrudel dich in die Tiefe zieht, versuch einmal Folgendes: Setz dich aufrecht hin, atme tief durch und sag leise »Stopp!«. Wenn du alleine bist, kannst du’s natürlich auch laut sagen, aber wenn du dich in Gesellschaft befindest, würde ich das nicht empfehlen. 😉 

Jetzt kommt der Moment, ab dem du bestimmst. Du bist die Regisseurin deiner Gedanken. Du entscheidest, wie es weitergeht. Überleg dir jetzt ein Happy End für dein Kopfkino. Ein Happy End mit allem, was dazugehört, yepp, trau dich ruhig, hemmungslos zu übertreiben. Du hast die Macht über deine Gedanken, also koste sie in vollen Zügen aus. Dass du am Ende auf einem moppeligen Einhorn in den Sonnenuntergang reitest, ist nämlich mindestens ebenso unwahrscheinlich wie das Drama, das sich bis eben noch vor deinem inneren Auge abgespielt hat. 

Jana Crämer „Unvergleichlich Du!“

Doch, ich habe große Hoffnung, dass wir es gemeinsam packen, Corona einzudämmen und so der Medizin und Wissenschaft Zeit verschaffen, COVID-19 besser zu verstehen. Bis dahin können wir darauf vertrauen, dass die Grundversorgung mit Lebensmitteln gesichert ist, die Helden in der Pflege Tag für Tag alles geben und sich unsere Krankenkassen um uns kümmern.

Veränderungen

Ich finde es absolut beachtlich, wie schnell jetzt auf diese neue Situation reagiert wird. Es passiert so viel im Hintergrund, von dem wir alle gar nichts mitbekommen, weil es einfach gemacht wird. Ohne viel Aufsehen, ohne großes Trara. 

Lebensmittelgeschäfte schließen sich zusammen, Unternehmen teilen sich Arbeitskräfte, damit da angepackt wird, wo Not besteht, und unsere Krankenkassen vereinfachen an so vielen Stellen die Antragsstellung, wenn es um Hilfe geht. Zum Beispiel reichen grad Ersatzbescheinigungen, wenn man keine Geburtsurkunde hat, um Mutterschaftsgeld zu beantragen. 

Jeder tut, was er kann, und jeder von uns kann seinen Beitrag leisten, dass wir diese Krise bestehen. Und eins sollten wir auf keinen Fall vergessen: Denen Danke zu sagen, die diesen Laden hier am Laufen halten: NIEMAND MACHT DAS SO GUT WIE DU, ICH FIND’S KRASS, WAS DU DA JEDEN TAG TUST. – DANKE!

Die Hymne für all die Helden da draußen.

Ich drück Euch (zumindest in Gedanken). Bitte bleibt gesund,
Eure Jana

Foto: Eckard Albrecht, Pulli: Lieblingsstück

Autor

2 Kommentare

  1. Liebe Jana,
    zunächst mal alles Gute für Dich! Werd‘ schnell gesund und pass auf Dich auf <3
    Der kleine Auszug "Happy End im Kopfkino" aus Deinem neuen Buch hat mich total beeindruckt. Ich hab mich so richtig darin wiedergefunden. Ich leide an Panikattacken bzw. Angstzuständen und habe mich lange vollkommen verloren gefühlt und schon ganz viel ausprobiert. Manchmal sind es ganz kleine Dinge und ganz kleine Schupser, die mir helfen. So wie Deine paar Sätze gerade! In letzter Zeit hilft mir Yoga sehr. Geht es mir ganz schlecht, ziehe ich mich zurück und mache ein paar Sonnengrüße. Hört sich doof an, hilft aber unglaublich. Aber selbstverständlich auch nicht in Gesellschaft 😉 Aber mit Deinem Ansatz werde ich es definitiv mal versuchen. Es dauert ja manchmal und es gehört Übung dazu, aber ich weiß, dass es geht. Danke!! Ich freue mich auf das Buch!
    Alles Liebe, Vreni

    • Danke, Vreni, das ist ganz lieb von Dir. Hört sich gar nicht doof an mit Deinen Sonnengrüßen. Wenn es Dir gut tut, ist das doch das Einzige, was zählt. Ich find’s super! Liebe Grüße, Jana

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