„Na, Du bist doch Schuld“ hätte ich meinem besten Freund heute morgen am liebsten entgegnet, als er sagte, dass ich süchtig sei. Ein kleines bisschen stimmt es nunmal.

Unterschiedlicher könnten mein bester Freund und ich kaum sein. Er mag Oliven, ich finde sie ekelig. Er kleidet sich stilsicher, ich kombiniere verschiedenste Beerentöne mit knatschigem Orange. Und so, wie er aufgegeben hat, mich bei meinen Klamotten zu beraten, habe ich aufgegeben, ihn früher als unbedingt nötig am Bahnsteig zu erwarten. Es ist inzwischen schon ein vertrautes Bild, dass er fast zeitgleich mit dem Zug am Bahnsteig eintrudelt. Ganz entspannt mit `nem Kaffee in der Hand.

Kaffee fand ich einfach nur bitter und konnte überhaupt nicht verstehen, dass Bato keinen Tag ohne seinen heißen Kaffee starten ließ. Seinen heißen, schwarzen Kaffee. Mich schüttelte es schon beim Gedanken daran.

Es gab eine Zeit, in der wir uns so gut wie gar nicht sehen konnten. Ich lebte noch in Wetter an der Ruhr, er bereits in Berlin. Na ja… vielmehr lebte er in Hotels, denn eigentlich war er immer unterwegs, da er gleich mehrere Support-Touren parallel spielte. Auch so ein Unterschied. Er beherrscht Multitasking, ich – wie ihr ja an meiner immer noch verbundenen Hand sehen könnt – nicht.

In dieser Zeit vermisste ich ihn und unsere Gespräche so sehr, dass es mir richtig mies ging. Immer wieder ertappte ich mich dabei, dass ich mich besser fühlte, wenn sich meine Mama einen frischen Kaffee aufgesetzt hatte und es in unserer WG danach duftete. Irgendwann war es dann soweit. Meine Mama kam ins Wohnzimmer und ich saß da. Lächelnd. Mit meinem Kaffee. Meinem schwarzen Kaffee.

Das erste, was ich in meiner neuen Wohnung in Berlin eingeweiht habe, war meine Senseo. Und so beginnt bei mir kein Tag mehr ohne frischen Kaffee. Sonst bekomme ich Kopfweh und zwar richtig fieses Koffein-Entzugs-Kopfweh. Bato ist ein wundervoll maßvoller Genussmensch und nicht nur dafür bewundere ich ihn sehr.

Wir sind wirklich ein sehr guter Beweis, dass sich Gegensätze tatsächlich anziehen. Und solange er mir nicht irgendwann doch noch morgens die Klamotten rauslegt, ist das auch ganz wunderbar so.

Liebste Grüße und ich hoffe, wir treffen uns auf der Tour am Merch, um bei `ner schönen Tasse Kaffee zu quatschen. Oder aber auch Tee, denn inzwischen bevorzugt Bato tatsächlich Tee. Gegensätze und so…

Eure Jana

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